Rückstauschäden und die Wohngebäudeversicherung2021-09-14T17:05:55+02:00
  • Rückstau aus der Kanalisation | Sind Rückstauschäden im Haus versichert? (© hubb67 / stock.adobe.com)
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Inwieweit sind Rückstauschäden versichert in der Wohngebäude- und Hausrat-Versicherung?

Die Elementarschäden durch Naturgewalten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Betroffen davon sind in den meisten Fällen Hausbesitzer und Wohnungseigentümer. Denn Grundstücke und Immobilien sind oft das erste „Angriffsziel“ der Naturelemente. Die Tendenz dieser Fälle für die Zukunft ist aufgrund verschiedener Faktoren steigend.

Unter anderem sind es Schäden durch Rückstau, die in der Vergangenheit immer öfter aufgetreten sind. Dazu kommt es, wenn plötzlich oder über längere Zeit starker Regen fällt und die Wassermenge über das Kanalsystem nicht mehr vollständig abfließen kann. Durch diesen auftretenden Rückstau wird in vielen Fällen das Abwasser zurück in die Häuser und Wohnungen gedrückt. Wie Sie sich nur unschwer vorstellen können, ist das eine äußerst unangenehme Situation. Denn im Gegensatz zu Leitungswasser bringt das Abwasser jede Menge Schmutz in Ihr Haus. Dadurch können sowohl Ihre Möbel und Einrichtungsgegenstände beschädigt bis völlig unbrauchbar zerstört werden. Möglicherweise vernichtet das Wasser auch wichtige Unterlagen. Auch die Immobilie selbst kann Schaden nehmen. Für die Zukunft gehen viele Experten von Wohngebäudeversicherungen davon aus, dass die Zahl von Schäden durch Rückstau an Hausrat und Gebäude in der Zukunft signifikant steigen wird. Daher ist es nur sinnvoll, wenn Sie sich gegen die Risiken und finanziellen Schäden absichern. Doch wie genau kommt es überhaupt zu einem Rückstau, und wie können Sie sich finanziell dagegen absichern? Auf diese Fragen möchten wir in diesem Beitrag genauer eingehen.

Rückstau: So kommt es zur Überschwemmung

Zuerst gilt es die Frage zu klären: Was sind Rückstauschäden? In den letzten Jahren ist es immer häufiger zum gleichen Szenario gekommen: Nach tage- oder sogar wochenlanger Trockenheit kommt endlich der ersehnte Regen. Doch dieser ergießt sich plötzlich und in so großen Mengen, dass selbst kleine Bäche zu reißenden Fluten werden. Die Kanalisation ist über die Abwasserrohre nur auf die gewöhnliche Belastung durch Leitungswasser ausgelegt. Kommt es durch den Starkregen zu mehr Niederschlag, als über die Abwasserrohre abfließen kann, staut sich das Regenwasser auf die Straße und Gehwege zurück.

Für Häuser in unmittelbarer Nähe zur Kanalisation ergibt sich dadurch ein Problem, denn durch den Wasserstau entsteht ein großer Druck auf die Abwasserrohre (siehe Abwasserrohrbruch außerhalb des Gebäudes). Um diesen Druck zu entlasten, sucht das Wasser nach Möglichkeiten, Wassermenge abzugeben. Das geschieht, indem es durch offene Abwasserstellen im Haus quillt, wo normalerweise Leitungswasser ablaufen würde – beispielsweise durch Waschbecken, Duschen oder Toiletten.

In erster Linie von Rückstau sind Räume betroffen, die unterhalb der sogenannten „Rückstauebene“ liegen. Damit ist der Rückstau Definition nach die Ebene gemeint, auf der sich das Wasser oberhalb der Kanalisation zurückstaut. Dementsprechend sind besonders Kellerräume durch Rückstau gefährdet.

In selteneren Fällen kann auch ohne oder mit nur wenig Niederschlag ein Rückstau auftreten. Nämlich dann, wenn es bei einem Abflussrohr durch Laub oder andere Verunreinigungen durch Verstopfung zu einem Rückstauschaden im Abwasserkanal kommt, beispielsweise zum Rohrbruch. Auch wenn dieser Fall nicht besonders häufig auftritt, ist er doch im Gegensatz zu Starkregen (Starkregen Definition) sehr unerwartet. Dadurch können die entstandenen Schäden am Hausrat und am Gebäude sogar noch höher sein.

Wer haftet bei Rückstauschäden?

Eine naheliegende Lösung für das Problem wäre, einfach den Abwasserkanal entsprechend auszubauen und zu erweitern. Doch das ist mit immensen Kosten und Bauarbeiten verbunden. Deswegen ist nicht davon auszugehen, dass Städte und Kommunen in absehbarer Zeit solche großen Projekte in Angriff nehmen. Gleichzeitig müssen Sie als Wohnungs- oder Hausbesitzer jederzeit mit Schäden durch Rückstau aus dem Kanal rechnen.

  • Doch wer haftet für einen entstandenen Rückstauschaden?
  • (Inwieweit) ist Rückstau versichert?

Zwar sind die öffentlichen Träger dafür verantwortlich, die Bürger bis zu einem gewissen Grad vor Rückstau zu schützen. Dies geschieht beispielsweise durch eine regelmäßige Reinigung der Abwasserkanäle. Doch einen vollständigen Rückstauschutz können (und müssen) die Kommunen nicht bieten. Das hat der Bundesgerichtshof bereits 2004 durch ein entsprechendes Urteil geklärt. So dürfen sich die Gemeinden der Definition nach bei „ungewöhnlichem und seltenen Starkregen“ auf „höhere Gewalt“ berufen. Was bedeutet das für Sie als Besitzer eines Hauses oder einer Wohnung konkret? Sie müssen sich selbst absichern, beispielsweise durch Gebäudeversicherungen. Doch auch hierbei gibt es ein paar Dinge, die Sie beachten sollten – und eine einzelne explizite Rückstau Versicherung gibt es nicht (vgl. Wohngebäudeversicherung, Abwasserschaden).

Fachanwalt für Versicherungsrecht

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Ihr Ansprechpartner für die Erstberatung ist der Fachanwalt für Versicherungsrecht Herr Oliver Wagner.

Herr Wagner unterstützt Versicherungsnehmer und Geschädigte bei der erfolgreichen Schadensabwicklung. Darüber hinaus ist er Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht des Deutschen Anwaltsvereins.

Schwerpunkte:
– Hausratversicherung
– Wohngebäudeversicherungen

Werdegang:
– Studium der Rechtswissenschaften, Universität Marburg
– 1999 Erstes Juristisches Staatsexamen
– Rechtsanwalt seit 2002
– Fachanwalt für Versicherungsrecht seit 2006

Spezielle Qualifikationen:
– Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht des DAV
– Mitglied des deutschen Anwaltvereins

Ihr Ansprechpartner für die rechtliche Erstberatung ist der Fachanwalt für Versicherungsrecht Oliver Wagner.

Telefonnummer: 0211/83834020

E-Mail: oliver.wagner@deutsche-schadenshilfe.de

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Schäden durch Rückstau versichert? – So sichern Sie sich ab

Bis auf sehr wenige Ausnahmen müssen Sie sich um die Absicherung Ihres Hausrats und des Gebäudes gegen Rückstau-Schäden selbst kümmern. Die richtige Elementarschadenversicherung zu wählen, ist hierbei also immens wichtig. Zwei Versicherungen spielen hierbei eine tragende Rolle: die Wohngebäudeversicherung und die Hausratversicherung.

Bei diesen Versicherungen kommt es durch den entstandenen Rückstauschaden darauf an, wer für die Wasserschaden-Sanierung zahlt: Die Wohngebäudeversicherung übernimmt die Kosten für Reparaturen am Gebäude selbst (Wohngebäudeversicherung Leistungsumfang), während die Hausratversicherung der Definition nach den entstandenen Wasserschaden an Möbeln und anderem Inventar trägt (siehe: Hausratversicherung: Was ist versichert?).

Dies geschieht jedoch nicht automatisch. Denn Elementarschäden sind in der Regel nicht Teil der standardmäßigen Versicherungsleistung. Daher sollten Sie in den Unterlagen prüfen, ob eine separate Klausel für Schäden durch Rückstau in Ihrer Gebäudeversicherung enthalten ist. Was sind solche Klauseln und wir können Sie diese erkennen? Unter anderem als „Elementarschaden“ können solche Leistungen mit inbegriffen sein. Im Zweifel sollten Sie direkt beim Anbieter Ihrer Elementarversicherung nachfragen. Sollte in beiden Versicherungsverträgen keine Absicherung vorhanden sein, sollten Sie umgehend handeln, da Sie im Schadensfall auf den Kosten sitzen bleiben.

Voraussetzung dafür, dass Rückstau versichert ist, ist in der Regel mindestens der Einbau von Rückstauklappen und ähnlichen Lösungen zur Rückstausicherung (© Stockwerk-Fotodesign / stock.adobe.com)

Voraussetzung dafür, dass Rückstau versichert ist, ist in der Regel mindestens der Einbau von Rückstauklappen und ähnlichen Lösungen zur Rückstausicherung (© Stockwerk-Fotodesign / stock.adobe.com)

Auch, wenn Sie bereits über eine Elementarschadenversicherung abgesichert sind, schadet es nicht, den bestehenden Schutz Ihrer Gebäudeversicherung genauer unter die Lupe zu nehmen. Passt dieser zu Ihrer Situation vor Ort? Sind die Versicherungssummen ausreichend? Gibt es eventuell ein günstigeres Angebot bei gleicher oder sogar besserer Leistung? Ein optimaler Versicherungsschutz ist besonders dann wichtig, wenn Sie Ihren Keller ausgebaut haben. In vielen Haushalten werden die Keller zu speziellen Räumen umfunktioniert und beispielsweise als Büro, Hobbyraum oder auch als „zweites Wohnzimmer“. Hier können mögliche Wasserschäden besonders hoch sein, was bedeutet, dass Sie unbedingt auf eine richtige Absicherung durch die Gebäudeversicherung achten sollten.

Einige Wohngebäudeversicherungen verlangen auch vorbeugende Maßnahmen, die Sie als Hausbesitzer treffen müssen. Dies können etwa Vorrichtungen zum Rückstauschutz sein wie Hebeanlagen oder Rückstauverschlüsse (der Definition nach „Rückstauklappen“). Wenn vorhanden, sollten Sie daran denken, diese regelmäßig zu warten.

Im Fall des Falles: Bei Rückstau schnell handeln

Trotz ausreichender Vorsichtsmaßnahmen und Versicherungen lässt sich ein Rückstauschaden nicht völlig ausschließen. Um jedoch die Schäden am Hausrat und den Ärger so gering wie möglich zu halten (siehe Hochwasser: Versicherung zahlt nicht), sollten Sie so schnell wie möglich handeln. Bringen Sie so viele Möbel und andere Gegenstände in Sicherheit wie möglich. Beginnen Sie in der unmittelbaren Nähe der Austrittsstelle und arbeiten Sie sich immer weiter „nach oben“ vor. Besonders wertvolle Gegenstände und Unterlagen sollten Sie unverzüglich in höher gelegene Stockwerke bringen. Falls möglich und sinnvoll, können Sie das Wasser mit Eimern wieder aus dem Haus entfernen. Familie und Freunde werden Ihnen wahrscheinlich ebenfalls gerne unter die Arme greifen, sofern es ihnen möglich ist. Wenn Ihnen das Wasser aber sprichwörtlich „bis zum Hals steht“ und Sie die Kontrolle über die Situation zu verlieren drohen, sollten Sie die Feuerwehr kontaktieren. Allerdings kann es gerade in dichter besiedelten Wohngebieten vorkommen, dass auch die Hilfskräfte überlastet sind.

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Rückstauschaden | Fazit

Rückstau-Schäden: Wenn das Wasser (Abwasser) aus der Kanalisation zurück in den Keller drückt, stellt sich die Frage nach der Versicherung von Rückstauschäden (© Diane / stock.adobe.com)

Rückstau-Schäden: Wenn das Wasser (Abwasser) aus der Kanalisation zurück in den Keller drückt (© Diane / stock.adobe.com)

Ein Rückstau von Abwasser aus dem Kanal und der damit verbundene Ärger ist nichts Angenehmes. Doch aufgrund der Veränderungen des Klimas müssen sich Hausbesitzer in Zukunft immer mehr Gedanken um die richtige Elementarversicherung für Rückstauschäden machen. Bei der Menge der Anbieter ist es gar nicht so leicht, einen guten und zuverlässigen Ansprechpartner zu finden, der einen beim Elementarschaden „nicht im Regen stehen lässt“.

Auch die Erstellung eines Gutachtens durch Sachverständige oder Schriftverkehr mit der Versicherung kann Sie viele Nerven kosten. Aber keine Sorge: Sie müssen nicht selbst auf die Suche gehen! Wir können Ihnen gerne erfahrene Spezialisten vermitteln, die Ihnen auf diesem Gebiet weiterhelfen können. Diese Experten nehmen sich die Zeit für Sie, Ihre individuelle Situation zu analysieren und mit Ihnen gemeinsam eine passende Lösung beim Rückstauschaden zu finden. Im Zweifel können wir Ihnen auch erfahrene Rechtsanwälte (einen speziellen Fachanwalt) vermitteln, der auf die Bereiche Überflutung und Überschwemmung spezialisiert ist. Mit uns an Ihrer Seite wird sich auch bei Ihnen das gute Gefühl einstellen, für Rückstauschäden vorbereitet zu sein. Egal, ob Gutachter oder Anwalt oder nötige Sanierungsfirmen – wir helfen Ihnen! Nehmen Sie jetzt Kontakt auf!

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