Elementarschaden „Schneedruck“ – Schneedruckschäden mit Versicherung regulieren…

Schäden durch Schneedruck sind in der Gebäudeversicherung oft nicht standardmäßig abgedeckt, sondern erfordern einen erweiterten Versicherungsschutz durch die sogenannte Elementarversicherung / Elementarschadenversicherung.

Wir zeigen in diesem Artikel, was Sie zum Thema Schneedruck als Gebäudebesitzer wissen müssen, und unterstützen Sie im Schadensfall mit einem Experten-Netzwerk aus Sachverständigen (Gutachtern), Sanierungsprofis sowie Fachanwälten für Versicherungsrecht und Baurecht.

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Schneedruck und Schneedruckschäden – Nur mit Elementarschaden-Versicherung?!

Schnee führt im Winter zu weit mehr Schwierigkeiten als blockierte Straßen. Ein Dach, auf dem ein hoher Schneedruck lastet, ist schlimmstenfalls ein Fall für die Versicherung. Aber welche ist bei Schneedruckschäden relevant? Und welche Rolle spielt die Elementarversicherung? Wir informieren über das Problem und nennen passende Ansprechpartner für die Schadensregulierung und Schadensbeseitigung.

Schneedruck auf dem Dach | Inwieweit sind Schneedruckschäden durch Versicherungen gedeckt?! (© Astrid Gast / stock.adobe.com)
Schneedruck auf dem Dach | Inwieweit sind Schneedruckschäden durch Versicherungen gedeckt?! (© Astrid Gast / stock.adobe.com)

Schneedruckschäden und Elementarversicherung

Was bedeutet Schneedruck? – Schneedruck ist ein Begriff, bei dem es gemäß der Definition vor allem um den ausgeübten Druck der Schneelast geht. Hierbei spielen insbesondere die physikalisch wirksamen Kräfte eine Rolle. Als Synonym kommt ebenfalls der Terminus Schneelast zum Einsatz.

Die Definition bezeichnet die Last auf einem Dach, die der Schneefall verursacht. Flachdächer sind hierbei besonders betrachtenswert. Denn auf ihnen bleiben der Schnee und das Eis flach liegen, sodass das Risiko für Schneedruckschäden steigt. Vgl. auch: Undichtes Flachdach, Wasserschaden.

Dach und Schneelast – welche Gefahr sich verbirgt

Woher wissen Sie, dass die Last auf Ihrem Hausdach zu schwerwiegend ist? Das lässt sich berechnen. Dazu braucht es die Information über die Art des Schnees. Der Unterschied besteht zwischen Eis, Nassschnee und Pulverschnee. Zusätzlich spielt die Schneehöhe auf dem Dach eine Rolle, ebenso wie die jeweilige Dachneigung. Schnee bringt mit einer Höhe von 10 cm pro Quadratmeter ungefähr folgendes Gewicht mit:

  • Eis: 90 kg
  • nasser Schnee: 40 kg
  • Pulverschnee: 10 kg

Das Gewicht der Schneemassen beeinflusst manche Dächer demnach auf problematische Weise. Dabei ist insbesondere die Neigung und Form des Gebäudedaches relevant. Auf einem Flachdach führt die weiße Pracht zu einem Schneedruck. Ebenso ist die Grundfläche essenziell, um Schneedruckschäden zu vermeiden. Bei einem abschüssigen Satteldach kann der Schnee abrutschen. Aber bei einem Flachdach bleibt die Last liegen.

Steildächer sind allerdings nicht komplett geschützt. Auch bei ihnen gilt es, rechtzeitig den Schnee zu räumen. Er kann zwar abrutschen. Die größere Gefahr besteht jedoch, bei einem anhalten Wechsel zwischen Tauwetter und Schneefall. In diesem Fall entstehen auf dem Dach mitunter Platten aus Eis, die ein Risiko darstellen.

Die (stabile) Dachkonstruktion ist daher wesentlich, um Schneedruckschäden zu verhindern (vgl. auch: Schäden durch Schnee auf dem Dachboden, Dachschaden durch Schnee). Die Schneelast kann ebenfalls auf einem anders konstruierten Dach zu Schäden führen. Dachlawinen sind vor allem in schneereichen Regionen bedeutsam für die Versicherung.

Welche Versicherung ist bei Schneedruck zuständig? – Bei Schäden am und im Gebäude kommen drei Versicherungen bzw. Versicherungsarten in Frage:

  1. Hausratversicherung,
  2. Haftpflichtversicherung und
  3. Wohngebäudeversicherung.

Insbesondere die Gebäudeversicherung ist elementar, wenn es um Schnee und Eis geht.

Schäden durch Schneedruck und Dachlawinen: Versicherung bei Schneefall?

Damit Schnee keine größeren Probleme verursacht, lohnt sich ein zusätzlicher Versicherungsschutz: Neben der Wohngebäudeversicherung sollte ebenfalls die Elementarschadenversicherung enthalten sein. Das ist beispielsweise bei einer Gebäudeversicherung durch den sogenannten „Extremwetterschutz“ gegeben. Durch diese Elementarversicherung (siehe Elementarversicherung Definition) lassen sich gewisse Schäden (wie solche durch Schnee oder Starkregen) finanziell absichern (vgl. auch: Elementarversicherung Hochwasser, Gebäudeversicherung zahlt nicht).

Eine spezielle Gefahr stellt eine abgleitende Schneedecke und daraus resultierende Dachlawinen dar. Hausbesitzer mit einem unzureichenden Versicherungsschutz bezahlen gegebenenfalls teuer für solche Lawinen und Eismassen auf dem Dach. Sobald die Schneemassen abrutschen, gerät eine Schneelawine ins Rollen. Verursacht sie Schäden an Fahrzeugen oder werden vorbeigehende Passanten verletzt, braucht es eine solide Haftpflichtversicherung. Sie sichert ab, wenn zum Beispiel eine Schadensersatzforderung im Raum steht.

Eine Hausratversicherung mit dem Zusatz einer Elementarversicherung schützt dagegen bei Schäden am eigenen Hab und Gut. Eine ausreichend dicke und schwere Schneedecke führt womöglich zum Einsturz eines Daches. Um die Hausratschäden finanziell abzusichern, ist diese Versicherung mit der jeweiligen Ergänzung nötig.

Typischerweise sind Schäden durch Schneedruck via Elementarversicherung abgedeckt (als Zusatzbaustein zur Gebäudeversicherung). Inwieweit die Schneeräumung auf dem Dach jedoch Pflicht respektive zumutbar ist, bleibt für Hausbesitzer mitunter unklar. (© Astrid Gast / stock.adobe.com)
Typischerweise sind Schäden durch Schneedruck via Elementarversicherung abgedeckt (als Zusatzbaustein zur Gebäudeversicherung). Inwieweit die Schneeräumung auf dem Dach jedoch Pflicht respektive zumutbar ist, bleibt für Hausbesitzer mitunter unklar. (© Astrid Gast / stock.adobe.com)

Dachlawinen vorbeugen – Bedeutung von Schneelastzonen!

Was können Hausbesitzer unternehmen, damit sie und andere besser geschützt sind? Um einen Versicherungsfall idealerweise vorzubeugen, gibt es ein paar Möglichkeiten. Abgesehen von der passenden Dachkonstruktion hilft ein Schneefanggitter, um die Gefahr von Lawinen zu reduzieren.

Bei einer vorliegenden Gefahr bieten sich zudem Warnschilder und Hinweistafeln an. Sie warnen vor Dachlawinen. Denn ein Hausdach ist nur so tragfähig wie seine Dachkonstruktion. Schneemassen entwickeln ein enormes Gewicht und gefährden gegebenenfalls das gesamte Dach. Aus diesem Grund orientiert sich die Elementarschadenversicherung an den sogenannten Schneelastzonen.

Was sind Schneelastzonen? Innerhalb der deutschen Landesgrenzen lässt sich das Klima in verschiedene Sektoren untergliedern. Demnach fallen in manchen Regionen mehr Schneeflocken als in anderen. Insgesamt existieren fünf dieser Lastzonen, wobei die Areale 1 und 2 erweiterte Zonen sind:

  1. geringes Schneelastrisiko
  2. mittleres Risiko
  3. hohe bis extreme Gefahr für Schneelast

Zonen 1 und 2 sind zusätzlich um die Sektoren 1a und 2a erweitert. 1a oder 2a weist auf ein um 25 Prozent gesteigertes Schneelastrisiko verglichen zu den Zonen 1 und 2 hin.

Besonderheit Photovoltaik: Wie sind Solaranlagen geschützt?

Heutzutage nutzen Hausbesitzer häufiger Photovoltaikanlagen. Was passiert mit solchen Solarmodulen, wenn Schnee fällt? Die Wohngebäudeversicherung ist bei diesen Anlagen mit dem zusätzlichen Versicherungsschutz der Elementarschadenversicherung zuständig.

Die Elementarschäden bei dem System sind normalerweise finanziell abgedeckt. Der Versicherungsschutz umfasst im Regelfall alle wesentlichen Elemente der Anlage:

  • Verkabelung
  • Module
  • Rahmen zur Montage
  • Wechselrichter
  • Teile der Befestigung

Tipps zum Schneeräumen auf dem Dach – Schneedruck beseitigen

Drückt Schnee auf ein Hausdach, helfen ein paar Ratschläge, wie sich die Last auf sichere Art entfernen lässt. Fachleute raten in jedem Fall ab, das Dach zu betreten. Das birgt verschiedene Gefahren für die tätigen Hausbesitzer. Zugleich ist ein systematisches Vorgehen empfehlenswert. Welche Tipps sind außerdem hilfreich? Die folgende Liste gibt Aufschluss:

  • Fußwege der Passanten angemessen sichern
  • weiche Besen verwenden, um Schnee zu beseitigen
  • Leiter oder Dachluke nutzen (bei einer Sprossenleiter: Person absichern!)

Fazit: Schneedruckschäden und Versicherung – wir unterstützen Sie

Die Definition von Schneedruck bezeichnet eine Schneelast, deren Gewicht auf eine Fläche (beispielsweise einem Dach) einwirkt. Sie ist oftmals Teil einer Zusatzversicherung vor einem Elementarschaden durch Dachlawinen oder einem Einsturz durch Eismassen und überhöhter Last. Ein Flachdach birgt eine größere Gefahr dafür.

Wir unterstützen Sie im Bedarfsfall, damit es nicht zu Schneedruckschäden an Ihrem Haus kommt. Dachdecker, Feuerwehrleute oder Statiker berechnen für Ihr Dach präzise die Schneelast. Wir vermitteln auf Wunsch entsprechende Dienstleister. Vgl. auch: Sachverständige Dachdeckerhandwerk.

Zugleich bieten wir auch Kontakt zu Fachanwälten für Versicherungsrecht sowie Fachanwälten für Baurecht, wenn es zu einem Schaden durch Schneedruck, Ärger mit der Versicherung und mithin nötigen Dachsanierungen kommt.. – Siehe weiterführend auch: Tauwasserschaden.

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Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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