Wasserschaden durch Schnee – Wie ist das mit der Versicherung?!

In den Wintermonaten freuen sich viele Menschen, wenn es endlich schneit und sich die Landschaft in märchenhaftem Weiß zeigt. Leider bringen große Schneemassen aber auch einige Gefahren mit sich – insbesondere für Gebäude. Undichte Dächer sind oft der Grund, warum Schnee überhaupt erst ins Haus eindringen kann. Besonders kritisch wird es, wenn der Schnee an wärmeren Tagen schmilzt und sich seinen Weg durch die Dachpfannen hindurch ins Haus bahnt – und es plötzlich beginnt, von der Decke zu tropfen. Ein Wasserschaden durch Schnee sollte nicht unterschätzt werden, denn er kann durchaus teure Folgen nach sich ziehen. Doch hier stellen sich viele Hausbesitzer die Frage, wer für einen solchen Schaden bei der Schneeschmelze eigentlich aufkommt: Welche Versicherung zahlt – und wie lässt sich ein Schaden durch Schmelzwasser oder Schneedruck überhaupt versichern? Alles Wichtige stellen wir Ihnen nachfolgend genauer vor.

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Schneedruck auf dem Dach – die weiße Gefahr im Winter

Besonders gefährdet von Schneedruck und der Schneeschmelze sind vor allem ältere Gebäude. Oft sind diese unzureichend abgedichtet – insbesondere im Bereich des Dachs. Wenn hier eine schützende Folie fehlt, die direkt unter der Dachpfanne befestigt sein sollte, hat es der Wind leicht, Schnee durch die feinen Ritzen nach innen auf den Dachboden zu befördern. Über einen längeren Zeitraum hinweg kann es so zu ernstzunehmenden Schäden durch Feuchtigkeit kommen – und so natürlich auch zur Bildung von Schimmel (vgl. Feuchteschäden, Schimmelschäden).

Wenn Schneelasten Dächer beschädigen oder sie sogar instabil machen, so dass sie einbrechen, kommt normalerweise die Wohngebäudeversicherung dafür auf. Doch handelt es sich um besonders feinen Schnee, der in Verbindung mit stärkerem Wind in das Haus befördert wird, zeigt sich noch eine ganz andere Gefahr: Dann gelangen mitunter größere Mengen an Schnee auf den Dachboden und somit direkt in das Haus. Weil das Dach eines Hauses stets in Bewegung ist – wenn auch nur geringfügig – entstehen mit der Zeit im Material feinste Risse, die den Schnee eindringen lassen. Neue Häuser sind dabei natürlich nicht so sehr gefährdet wie ältere Gebäude, die oft über eine schlechte Dämmung verfügen.

Doch hier stellt sich nun die Frage: Wer übernimmt so einen Schaden – und wann kommt die Versicherung dafür überhaupt auf? – Tatsächlich ist ein Wasserschaden durch Schnee bislang in den meisten Gebäudeversicherungen oder Hausratversicherungen nicht enthalten. Hierbei handelt es sich durch Feuchtigkeitsschäden, bei denen Schnee durch die Dachziegel hindurch ins Haus gelangt – dafür gibt es keinen exakten Ausdruck und keine Deklaration in den gängigen Versicherungen. Ein Hineinwehen von Schnee in ein Gebäude ist daher in der Regel nicht abgedeckt.

Es gibt allerdings durchaus einzelne Versicherungen, welche entsprechende Schäden versichern – hier ist es allerdings wichtig, sich im Vorfeld sehr genau zu informieren. Auch ist es bei einigen Versicherungsgesellschaften möglich, den gewünschten Schutz zu einem Sondertarif zu erhalten, so dass man sich keine Sorgen um ein undichtes Dach machen muss.

Wasserschaden durch Schnee - Wie ist das mit der Versicherung?! (© soupstock / stock.adobe.com)
Wasserschaden durch Schnee – Wie ist das mit der Versicherung?! (© soupstock / stock.adobe.com)

Gebäudeversicherung mit Elementarschadenversicherung – wann greift die Police?

Sind Sie auf der Suche nach der richtigen Versicherung für Ihr Haus, dann gehört es unbedingt dazu, das Gebäude auch gegen starken Schneefall abzusichern. Zwar ist dies in vielen Regionen in Deutschland eher die Ausnahme – ganz ausschließen lässt sich das Risiko aber nicht. Wer allerdings generell in einer schneereichen Region lebt, sollte sich durchaus mit dem Thema befassen. Gegen Naturgewalten allgemein bietet allerdings die Elementarschadenversicherung einen guten Schutz. Sie ist keine Einzelversicherung, sondern kann im Rahmen einer Gebäudeversicherung als Zusatzbaustein hinzugebucht werden. Zahlreiche Versicherungsgesellschaften bieten diese an, allerdings müssen die Leistungen beim Abschluss des Vertrags genau unter die Lupe genommen werden. Schneefall ist oft nicht oder nur geringfügig oder in bestimmten Fällen abgesichert.

Die zusätzliche Versicherungspolice ist normalerweise für einen vertretbaren Aufpreis zu haben – sie lohnt sich aber in jedem Fall, sollte das Haus beispielsweise unter einer schweren Schneelast zusammenbrechen. Schnee mag auf den ersten Blick federleicht wirken, kann in großer und komprimierter Menge aber zu einer ernsten Bedrohung für ein – vor allem älteres – Gebäude werden. Es kommt oft vor, dass Versicherer die zusätzlich abgesicherten Leistungen nur gegen eine Selbstbeteiligung des Versicherten gewähren. Wer also die richtige Versicherung für sein Eigenheim finden möchte, sollte sehr genau auf die Vereinbarungen achten und gegebenenfalls das Gespräch suchen. Bedacht werden sollte dabei, dass jahrelanger Mangel an Schnee nicht bedeutet, dass es nie zu so einem Problem kommen kann: Das Risiko trägt man als Besitzer eines Hauses stets alleine und man ist aus diesem Grund auch selbst für die Absicherung verantwortlich. Wer also keine entsprechende Versicherung abgeschlossen hat, bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst auf den Kosten sitzen.

Bei einer Elementarschadenversicherung geht es aber nicht nur um die reine Schneelast, welche beispielsweise einen Dachstuhl einstürzen lassen können, sondern auch um andere Risiken (Was sind Elementarschäden). Das Eigenheim gegen Schneefall abzusichern ist daher ein Thema, das nicht vernachlässigt werden sollte – allein schon im eigenen Interesse.

Wasserschaden durch Schnee: Wo so viel Schnee auf dem Dach lastet, ist das Risiko nicht zu vernachlässigen. Doch wie sind Schäden infolge von Schnee versichert?! (© Michael Fritzen / stock.adobe.com)
Wasserschaden durch Schnee: Wo so viel Schnee auf dem Dach lastet, ist das Risiko nicht zu vernachlässigen. Doch wie sind Schäden infolge von Schnee versichert?! (© Michael Fritzen / stock.adobe.com)

Wasserschaden durch Schnee: Welche Folgen drohen bei Schnee auf dem Dach?

Schnee und Eis sind Gefahrenquellen für das Dach, aber auch für das Mauerwerk eines Hauses. Dringt Nässe in ein Gebäude ein, dann kann es nicht nur zu Wasserschäden, sondern auch zu anderen gravierenden baulichen Schäden kommen. Frost kann beispielsweise das Mauerwerk und die Außenwände eines Hauses nachhaltig beschädigen und ihre Stabilität schwächen.

Damit es gar nicht erst zu schlimmen Schäden am Eigenheim kommt, sollten Hausbesitzer das Dach in regelmäßigen Abständen genauer unter die Lupe nehmen (via Gutachter / Dachdecker). Mit einer einfachen Sichtkontrolle, die auch selbst durchgeführt werden kann, können Heimwerker durchaus selbst prüfen, ob es irgendwo undichte Stellen gibt. Auch muss untersucht werden, ob möglicherweise Verschmutzungen wie Äste oder Laub den Wasserabfluss blockieren, ob einige Ziegel lose sind und Wasser durchdringen lassen oder auch, ob Schneefänger fest auf dem Hausdach befestigt sind. Doch Vorsicht: Wer unter Höhenangst leidet oder sich auf dem Dach nicht sicher fühlt, überlässt diese Aufgabe besser einem Dachdecker, der Schäden zuverlässig erkennen kann.

Doch welche Gefahren bringen defekte Dächer außerdem mit sich? Sind Ziegel oder auch der Dachfirst locker, dann genügt oft schon ein einziger Wintersturm, damit sich einzelne Teile lösen und zu lebensgefährlichen Geschossen für Passanten auf dem Gehweg werden. Darüber hinaus kann auch durch Risse im Dach Tauwasser in ein Haus eindringen. Wenn ein Dach komplett eingeschneit ist, bleiben undichte Stellen im schlimmsten Fall wochenlang unbemerkt, so dass sich der Wasserschaden durch Schnee ungehindert immer weiter im Dachstuhl ausbreiten kann. Nach der Schneeschmelze sind diese undichten Stellen eine leichte Angriffsfläche für Schnee.

Gleichzeitig kann das Schmelzwasser auch einen Rückstau entstehen lassen – dieses Wasser sucht sich dann gezielt seine eigenen Wege und fließt selbst durch die feinsten Ritzen hindurch. Im Dachstuhl kann dann durch das Zusammenspiel aus kühler Luft und Feuchtigkeit nach und nach Schimmel entstehen – und dieser ist nicht nur schädlich für unsere Gesundheit, sondern kann auch die Substanz des gesamten Hauses nachhaltig schädigen. Daher sind Dächer mit einer stärkeren Neigung immer besser als ein Flachdach (vgl. Flachdach undicht), von dem Schneemassen nur schwer von alleine herunterrutschen und sich oft wochenlang festsetzen oder sogar vereisen.

Gebäudeschäden, Feuchteschäden, Wasserschäden | Sind sowieso schon Schäden am Mauerwerk vorhanden, setzen winterlicher Schnee und Schmelzwasser im Frühling dem Gebäude weiter zu (© Fotoschlick / stock.adobe.com)
Gebäudeschäden, Feuchteschäden, Wasserschäden | Sind sowieso schon Schäden am Mauerwerk vorhanden, setzen winterlicher Schnee und Schmelzwasser im Frühling dem Gebäude weiter zu (© Fotoschlick / stock.adobe.com)

Fazit: Das Haus sollte immer wieder auf seine Dichtigkeit überprüft werden

Insbesondere in älteren Gebäuden ist die Gefahr von Wasserschäden durch die Schneeschmelze nicht zu unterschätzen. Weil solche Immobilien, die oft schon seit Jahrzehnten bestehen, in vielen Fällen nur eine schlechte oder vollständig fehlende Abdichtung besitzen, ist eine regelmäßige Überprüfung der Dachkonstruktion wichtig. Das bedeutet natürlich nicht, dass Hausbesitzer ständig auf das Dach klettern sollen – auch von Innen lohnt sich eine Sichtkontrolle, wenn man sich in den Dachstuhl begibt. Undichte Stellen, durch die der Wind weht, entdeckt man auch als Laie relativ gut und kann dann entsprechend handeln. Wichtig ist, diese undichten Bereiche so schnell wie möglich abzudecken, um sich nicht unnötig dem Risiko eines Wasserschadens bei Tauwetter auszusetzen. Denn ist die Feuchtigkeit erst einmal unbemerkt eingedrungen, sind ernste Schäden am Haus und im Dachstuhl schnell entstanden (siehe auch Dachsanierung). Zudem sollte man in jedem Fall klären, inwieweit ein möglicher Wasserschaden durch Schnee von der Versicherung abgedeckt ist, die man für das Gebäude abgeschlossen hat. Vgl.: Schnee auf dem Dachboden – Versicherung.

Im Zweifelsfall ist es zu empfehlen, sich an eine Fachfirma oder an einen Dachdecker zu wenden, der das Dach auf seine Dichtigkeit untersuchen und Schäden schnell entdecken kann. Er kann und sollte diese dann natürlich auch bei der Gelegenheit direkt beheben. Zwar sind solche Maßnahmen immer mit gewissen Kosten verbunden, allerdings sollte dabei nicht vergessen werden, dass ein richtiger Wasserschaden viel teurere Konsequenzen nach sich ziehen kann. Daher lohnt es sich immer, entdeckte Schäden umgehend zu beseitigen, damit man sich wieder ruhigen Gewissens in seinem Zuhause von den Strapazen des Alltags erholen kann.

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Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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