Schimmel an der Wand entfernen | Was tun? Was hilft?

Schimmel an Wänden zählt zu den häufigsten Problemen in Wohnungen. Nicht nur riecht er unangenehm, sondern bringt auch eine ernstzunehmende gesundheitliche Gefahr mit sich. Insbesondere Senioren oder Kinder, deren Immunsystem nicht sonderlich resistent ist, können sehr darunter leiden. Viele Menschen versuchen, Schimmelbefall an ihren Wänden selbst zu beseitigen – doch es gibt auch Fälle, in denen der Schimmel von einem Experten behandelt werden muss. Alles Wichtige zum Thema Schimmel an der Wand stellen wir Ihnen nachfolgend genauer vor.

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Schimmel an der Wand – was ist die Ursache dafür?

Schimmel kann sich durch viele unterschiedliche Faktoren entwickeln – sei es aufgrund von Wärmebrücken, aufgrund kühler Ecken von Zimmern oder einfach aufgrund einer konstant (zu) hohen Luftfeuchtigkeit.

Als Grundlage zur Entwicklung von Schimmelpilzen ist immer eine gewisse Menge an Feuchtigkeit nötig – wie zum Beispiel Kondensationsfeuchte an den kalten Oberflächen der Wände. Mit richtigem Heiz- und Lüftungsverhalten lässt sich das Risiko eines Schimmelbefalls an den Wänden deutlich reduzieren. Doch auch ein unentdeckter oder nicht behandelter Wasserschaden sowie eine defekte oder mangelnde Abdichtung des Gebäudes (Hausabdichtung) können dafür verantwortlich sein, dass sich Schwarzschimmel, grüner Schimmel oder eine der weiteren Schimmelarten an der Wand entwickelt (vgl. Schimmelpilze Arten).

Wichtig: Solche Folgen sollten im Rahmen einer professionellen Schimmelpilzsanierung von einem Fachmann behandelt werden.

Was tun gegen Schimmel an der Wand? Was hilft? (© Andrey Popov / stock.adobe.com)
Was tun gegen Schimmel an der Wand? Was hilft? (© Andrey Popov / stock.adobe.com)

Schimmelpilze an der Wand entfernen: Was kann man gegen Schimmelflecken an Wänden tun?

Bis zu einem gewissen Ausmaß lässt sich Schimmelbefall an der Wand (Wandschimmel) selbst beseitigen. Das ist zwar eine schnelle und einfache Lösung, allerdings nicht immer die beste Wahl, da das Problem oft nur oberflächlich beseitigt wird. Also was tun gegen den Schimmel an der Wand? Wie den Befall erfolgreich entfernen? Brauche ich einen Experten / Schimmelsanierer?!

Grundsätzlich gilt als Faustregel: Schimmel, der eine Fläche von weniger als 0,5 m2 einnimmt und nur oberflächlich vorhanden ist, kann selbst bekämpft werden. Doch was hilft am besten gegen Schimmel an der Wand? – Hier gibt es unterschiedliche Methoden und Mittel – von Hausmitteln bis hin zu chemischen Produkten gegen den Schimmelbefall.

Die Beseitigung von großflächigem Schimmelbefall an der Wand sollte allerdings nur von Personen erfolgen, welche keine Schimmelallergie haben oder über ein gesundes Immunsystem verfügen. Darüber hinaus sollte Schimmel an den Wänden möglichst schnell nach der Entdeckung (Schimmel in der Wohnung erkennen) beseitigt werden, damit sich die Schimmelsporen nicht unnötig verbreiten können (siehe auch: Schimmelsporen abtöten).

Schimmel an der Wand selbst entfernen – das hilft wirklich

Allgemein sollte die Entfernung von Schimmel an der Wand möglichst schnell nach dessen Entdeckung erfolgen, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann. Es wird empfohlen, so wenig Staub wie möglich aufzuwirbeln – so ist es immer besser, betroffene Flächen feucht abzuwischen anstatt sie trocken abzusaugen oder abzubürsten (vgl.: Schimmel behandeln).

Eine Beseitigung von Schimmel an der Wand sollte auf eigene Faust nur dann durchgeführt werden, wenn der Grund für den Befall unmissverständlich klar ist. Denn lässt sich die Ursache nicht beseitigen, hat der Schimmelpilz auch nach der Entfernung leichtes Spiel. – Lässt sich die Ursache auf ein falsches Heiz- und Lüftungsverhalten (regelmäßig Stoßlüften!) zurückführen oder es liegt an einer falschen Abdichtung oder Dämmung?

In jedem Fall sollte bei der Bekämpfung von Schimmel mit größter Vorsicht gearbeitet werden. Schützen Sie Ihren Körper vor den schädlichen Sporen: Tragen Sie geeignete Schutzkleidung, Einmalhandschuhe und einen Mundschutz sowie eine Schutzbrille, um nicht selbst mit dem Schimmel in Kontakt zu gelangen. Benutzte Tücher und Lappen sollten nach der Benutzung vollständig entsorgt werden.

Schimmelbildung an Außenwänden von Wohnräumen hat seine Ursachen oft in zu hoher Luftfeuchtigkeit in der Raumluft, Feuchtigkeit im Mauerwerk, Wärmebrücken / Kältebrücken, Kondenswasser und Fehlern bzw. Mängel beim Lüften und Heizen. Treffen mehrere Faktoren davon zusammen, fühlen sich Schimmelpilze im Gebäude pudelwohl. (© Dieter Pregizer / stock.adobe.com)
Schimmelbildung an Außenwänden von Wohnräumen hat seine Ursachen oft in zu hoher Luftfeuchtigkeit in der Raumluft, Feuchtigkeit im Mauerwerk, Wärmebrücken / Kältebrücken, Kondenswasser und Fehlern bzw. Mängel beim Lüften und Heizen. Treffen mehrere Faktoren davon zusammen, fühlen sich Schimmelpilze im Gebäude pudelwohl. (© Dieter Pregizer / stock.adobe.com)

Schimmel, der sich nicht nur auf die Wände, sondern auch auf Möbel, Fugen oder auch Textilien ausgebreitet hat, ist schwieriger zu entfernen. Meist ist hier auch Feuchtigkeit der häufigste Grund. Die verschiedenen Beschaffenheiten der Oberflächen erfordern bei der Schimmelentfernung verschiedene Maßnahmen (siehe professionelle Schimmelentfernung).

Schimmel, der sich in Fugen – wie beispielsweise im Badezimmer – ausgebreitet hat, lässt sich in vielen Fällen selbst beseitigen. Auch in der Küche ist ein Befall möglich, denn in beiden Räumen herrscht eine höhere Luftfeuchtigkeit als in anderen Wohnbereichen, was auch die Schimmelgefahr steigert. Dichte und glatte Oberflächen – wie beispielsweise Keramik, Glas oder Fliesen – lassen sich mit Wasser, einem Lappen und Haushaltsreiniger beseitigen. Wichtig: Tauschen Sie das Wischwasser öfter aus, damit Sie die Sporen nicht erneut verteilen.

Nicht selten befällt der Pilz auch Silikonfugen. Um den Pilz zu beseitigen, sollte befallener Silikon vollständig beseitigt und ersetzt werden. Hierfür verwenden Sie am besten ein spezielles Sanitärsilikon, das kaum Emissionen freisetzt und pilzhemmende Bestandteile hat.

Ob sich Schimmel an Möbelstücken erfolgreich beseitigen lässt, hängt unter anderem von der Art des Holzes ab. Häufig zeigt sich das Problem an den Rückseiten von Schränken, welche sich dicht an Außenwänden befinden. Das heißt es nicht nur: Was tun gegen Schimmel an der Wand? Sondern auch: Was hilft gegen Schimmel auf Möbeln?

Bei Möbelstücken muss zudem untersucht werden, ob der Pilz nur oberflächlich vorhanden oder bereits in das Material eingedrungen ist. Besteht nur eine oberflächliche Kontamination mit Schimmel, dann genügt oft ein feuchtes Abwischen. Bei einem durchgängigen Befall ist es dagegen sinnvoll, die Möbel vollständig zu entsorgen. Wichtig: Kleben Sie die Sporen vorher mit Folie oder Klebeband ab, damit sich die Sporen nicht noch weiter durch die Raumluft verbreiten können.

Bei Möbeln aus Massivholz ist oft nur ein oberflächlicher Befall vorhanden, so dass ein Entfernen auf eigene Faust relativ problemlos ist. Achten Sie allerdings darauf, verwendete Reinigungsutensilien nach deren Verwendung zu entsorgt. Sofern Polstermöbel mit Schimmelpilzen kontaminiert sind, verwenden Sie am besten einen Staubsauger mit HEPA-Filter, um den Pilz zu entfernen. Dennoch müssen Polstermöbel meist trotzdem entsorgt werden, weil sich der Befall nie vollständig in den Griff bekommen lässt.

Schimmel auf Tapeten an der Wand: Wie geht man richtig dagegen vor?

Tapeten, die mit Schimmel befallen sind, werden am besten befeuchtet, dann abgezogen und schließlich vollständig entfernt. Sollten Sie nach der Beseitigung des Pilzes noch immer einen unangenehmen, muffigen Geruch wahrnehmen, so kann es passieren, dass sich der Pilz soweit verbreitet hat, dass eine professionelle Schimmelpilzsanierung durch einen Fachbetrieb notwendig ist.

Textilien lassen sich durch mehrfaches Waschen in der Waschmaschine oder auch durch eine professionelle chemische Reinigung von Schimmelsporen befreien. Häufig verbleiben aber dennoch Restflecken (Schimmelflecken) oder unangenehme Gerüche in den Textilien, die sich nicht mehr beseitigen lassen.

Schimmel auf Oberflächen aus Holz – wie zum Beispiel auf Wandverkleidungen in Gartenhäusern – ist besonders problematisch, da der Pilz schnell relativ tief in das Material eindringen und es nach und nach zersetzen kann (siehe Schimmelwand). Als Erstes wird der von außen sichtbare Schimmel grob mit einer feuchten Bürste und einem Schwamm entfernt – arbeiten Sie hier unbedingt mit einer Schutzbrille und geeigneter Schutzkleidung. Achten Sie außerdem darauf, möglichst wenig Staub aufzuwirbeln, damit sich die Sporen nicht weiter verbreiten können.

Anschließend verwenden Sie ein Schleifgerät, mit dem die befallenen Stellen abgeschliffen werden, um auch die letzten Spuren zu beseitigen. Der finale Schritt ist eine Desinfektion der Oberfläche mit Brennspiritus, Wasserstoffperoxid oder Isopropanol (siehe auch: Mittel gegen Schimmel an der Wand). Tragen Sie für diesen Schritt ebenfalls unbedingt Handschuhe sowie eine Schutzmaske.

Schimmelentferner – wie gut hilft er bei Schimmel an der Wand?

Ganz egal, ob sich Schimmel an den Wänden oder auch in Wohnräumen zeigt, bei einem Befall ist es wichtig, schnell zu handeln, ehe es zu gesundheitlichen Problemen kommt. Sichtbarer oberflächlicher Befall kann zwar mit einem guten Schimmelentferner erst einmal beseitigt werden. Doch durch das direkte Sprühen auf die Stelle können sich die Sporen ebenfalls weiter durch den Raum verteilen.

Und wie gut ist ein solches Produkt eigentlich – und hilft es wirklich? – Grundsätzlich ist es so, dass es als Erstes die Ursache des Befalls zu ergründen gilt, denn ansonsten wird der Pilz auch nach erfolgreicher Beseitigung immer wiederkommen. Chemische Stoffe wie Biozide sollten möglichst nicht zur Bekämpfung von Schimmel verwendet werden. Wird die Ursache nicht dauerhaft entfernt, wird man immer wieder Probleme mit Schimmelbefall an den Wänden haben.

Die besten Hausmittel gegen Schimmel

Was hilft gegen Schimmel an der Wand? – Bei einem Schimmelbefall an der Wand wird neben einem Schimmelprodukt auch oft zu simplen Hausmitteln gegriffen, die eine ähnliche Wirkung haben und in vielen Fällen preiswerter sind als teure chemische Mittel.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, alkoholische Reinigungsmittel mit 70- oder 80%-igem Alkoholanteil für die oberflächliche Entfernung von Schimmel an der Wand zu verwenden. Arbeiten Sie am besten mit einem feinen Mikrofasertuch und tupfen Sie den Alkohol sorgfältig auf. Wichtig: Lüften Sie ausreichend und halten Sie Fenster während der gesamten Behandlung geöffnet. Sinnvoll ist ein Vorgehen auf eigene Faust allerdings nur bei einem geringen Befall, der nicht größer ist als einen halben Quadratmeter. Bei größeren Flecken sollte in jedem Fall eine professionelle Schimmelpilzsanierung erfolgen. Zudem muss der Vermieter über den Mangel informiert werden, um zu klären, wer für die Übernahme der Kosten verantwortlich ist. Unter Umständen wird der Vermieter den Schimmel entfernen lassen.

Schimmel in den Räumen: Wer ist für die Kostenübernahme verantwortlich?

Wenn sich Schimmel in den Wohnräumen ausbreitet, ist das immer ärgerlich. Schnell stellen die Fragen:

  • Was tun gegen Schimmel an der Wand?
  • Was hilft gegen Schimmel an der Wand?
  • Wer muss die Kosten für die Renovierung und die Beseitigung des Pilzes eigentlich tragen?

Allgemein sind Mieter dazu verpflichtet, ihre Wohnung ausreichend zu lüften und richtig zu heizen – das wird oft vernachlässigt, was einen optimalen Nährboden für Schimmel bietet. Werden Räume nicht ausreichend belüftet, kann dies vor allem im Badezimmer (vgl. Schimmel im Bad an der Decke) oder in der Küche zu einer hohen Luftfeuchtigkeit führen, die das Wachstum von Schimmel begünstigt.

Andernfalls ist es für den Vermieter oft nicht ganz einfach, nachzuweisen, ob der Mieter wirklich für den Befall in die Pflicht genommen werden kann. Im Zweifelsfall muss der Vermieter dafür sorgen, dass die Wohnung frei von gesundheitsschädlichen Stoffen ist – und dazu gehört nun mal auch Schimmel an der Wand entfernen zu lassen oder selbst zu entfernen. Ist die Schimmelbildung auf bauliche Mängel oder eine schlechte Abdichtung zurückzuführen (oft ist die Kellerabdichtung ein Problem), ist er ebenfalls in der Verantwortung und muss die Kosten dafür tragen. Er muss sich dann also zeitnah um die Beseitigung von Schimmel kümmern, damit die Wohnung wieder ohne gesundheitliche Risiken bewohnt werden kann.

Welche Versicherung trägt die Kosten für eine Schimmelsanierung?

Bei Gebäudeschäden ist grundsätzlich die Gebäudeversicherung des Eigentümers oder Vermieters für die Beseitigung des Schadens zuständig. Das gilt auch dann, wenn ein Schimmelbefall aufgrund eines Rohrbruchs, einer Überschwemmung oder eines Leitungswasserschadens entstanden ist.

In vielen Fällen muss auch zunächst ein Gutachter für die Schimmelberatung (siehe: Schimmelberater, Schimmel Gutachter – Kosten) eingeschaltet werden, der sich den Sachverhalt im Mauerwerk vor Ort ansieht, Tipps gibt und prüft, wer für den Schaden und seine Beseitigung zuständig ist.

Die Versicherung kann in einigen Fällen aber auch eine Übernahme der Kosten für die Schimmelsanierung verweigern, wenn es sich beispielsweise um Fahrlässigkeit handelt. Wurde ein Wasserschaden zum Beispiel über einen längeren Zeitraum ignoriert oder nicht behandelt, obwohl man von dessen Existenz wusste, dann kann es sein, dass man auf den Kosten sitzenbleibt und somit auf eigene Rechnung den Schimmel an der Wand entfernen muss. Wichtig: Mieter sind in jedem Fall dazu verpflichtet, ihren Vermieter umgehend über einen Schimmelbefall in Kenntnis zu setzen, damit das weitere Vorgehen zur Schimmelbekämpfung besprochen werden und der Schimmel zeitnah beseitigt werden kann.

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Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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