Schimmel entfernen

Er ist nicht nur unschön anzusehen, sondern birgt echte Risiken für Mensch und Gebäude. Die Rede ist von Schimmelbefall, der sich gern in den Wohnräumen breit macht.

Bei kleineren Stellen können Sie noch leicht selbst Hand anlegen. Anders sieht es aus, wenn sich die Schimmelsporen bereits ausgebreitet haben. Dann sollte ein Profi ran. – Wir von der Deutschen Schadenshilfe vermitteln aus unserem Experten-Netzwerk Sachverständige zum Thema Schimmel, Sanierungsprofis für die Schimmelsanierung sowie auch Fachanwälte für Versicherungsrecht, um ggf. vorhandene Ansprüche gegen Versicherungen aus Wasserschäden durchzusetzen. – Nutzen Sie unsere Unterstützung; nehmen Sie noch heute Kontakt mit uns auf, jetzt!

Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Warum ist ein Schimmelbefall so gefährlich?

Auf den ersten Blick handelt es sich um ein rein kosmetisches Problem. Aber das ist es nicht wirklich.

Sie sehen an der Wand vielleicht nur „die Spitze des Eisbergs“, denn wenn sich die ersten Schimmelpilze zeigen, sind auch immer schon Sporen in der Luft. Diese setzen sich aber längst nicht nur an der Tapete fest, sondern befallen auch Textilien oder Polstermöbel. Außerdem greifen sie mit der Zeit das darunterliegende Mauerwerk, was mit der Zeit zu immensen Schäden führen kann. Einige Arten wachsen nicht nur oberflächlich an der Decke oder den Wänden, sie „graben“ sich förmlich in den Putz ein.

Aber damit ist es längst nicht genug! Die angesprochenen Schimmelsporen stellen auch eine gesundheitliche Gefahr dar, die nicht zu unterschätzen ist. Es ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen, dass sie ernsthafte Erkrankungen und Allergien auslösen können. Häufig sind es anfangs ganz unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit, die den Weg bis zur richtigen Diagnose erschweren. Auch Verdauungsprobleme oder Vergiftungen werden nicht immer mit einer Schimmelbildung in Verbindung gebracht, da sie auch leicht Symptome anderer Erkrankungen sein können. Als Auslöser gelten die in den Sporen befindlichen Mykotoxine. Das sind Giftstoffe, die leicht durch die Atemwege in den Körper gelangen können.

Besonders gefährdet sind die Menschen, deren Immunsystem bereits durch eine Vorerkrankung geschwächt ist. Auch kleine Kinder oder ältere Menschen sind deutlich anfälliger für Reaktionen auf einen Schimmelbefall.

Wie gefährlich es letztendlich für Ihre Gesundheit wird, hängt natürlich von der jeweiligen Konzentration ab. Was viele Menschen nicht wissen: Auch unsere Atemluft enthält häufig von Natur aus Schimmelsporen. Sie finden nicht selten schon beim Lüften den Weg in die Wohnung. In der Regel sind die Konzentrationen aber so gering, dass sie keine ernsthaften Probleme auslösen können und mit der nächsten Frischluftzufuhr wieder nach draußen gelangen. So richtig gefährlich wird es erst, wenn sich die Schimmelsporen bereits massiv auf Tapeten oder Wohn-Textilien festgesetzt haben. Dann hilft nur noch eine professionelle Schimmelentfernung Firma zur Beseitigung der Schäden, um die Risiken zu minimieren.

Schimmel entfernen - vorher / nachher (© Андрей Журавлев / stock.adobe.com)
Schimmel entfernen – vorher / nachher (© Андрей Журавлев / stock.adobe.com)

Welche Schimmelpilze finden sich besonders häufig an der Wand?

Es gibt bestimmte Schimmelpilze, die man verhältnismäßig häufig in Wohnungen vorfindet. Nachfolgend finden Sie einen kleinen Auszug (vgl. auch: Schimmelpilzarten):

  • Stachybotrys chartarum: Dabei handelt es sich um einen weltweit verbreiteten Schimmelpilz, der sogenannte Mykotoxine (Gifte) produzieren kann. Diese Stoffe können sowohl von der Haut als auch von den Atemwegen aufgenommen werden und zu einer ernsthaften Gefahr werden. Häufig findet sich diese Art von Schimmelbildung nach einem großflächigen Wasserschaden. Wenn die Stellen anschließend austrocknen, wird es gefährlich. Dann fliegen die Sporen durch die Luft und gelangen im schlimmsten Fall in den menschlichen Organismus. Der Pilz Stachybotrys chartarum findet sich meistens in Fugen oder Ecken, in denen die Außenwände zusammentreffen. Dort kann sich durch Kondenswasser und große Temperaturunterschiede leicht Schimmel bilden.
  • Aspergillus niger: Diese Art wird auch schwarzer Schimmel oder Gießkannenschimmel genannt und ist sehr giftig. Neben Atemwegserkrankungen (siehe: Schimmelsporen eingeatmet – was tun) finden sich auch Verdauungsprobleme oder sogar Entzündungen der Herzinnenhaut auf der Liste seiner Symptome. In der Regel findet man ihn auf verdorbenen Lebensmitteln. Aber er kann sich auch leicht auf Putz oder Mauerwerk breit machen. Dort kann er die Bausubstanz erheblich beschädigen.
  • Trichoderma: Diese Pilzart ist sehr verbreitet im Boden oder bei faulenden Pflanzenresten. Im Haus kann sich dieser Vertreter auch auf Tapeten, Putz oder Silikonfugen ausbreiten. Auch Schimmel am Fenster kommt mit dieser Art oft vor. Besonders immungeschwächten Menschen kann dieser Pilz zu schaffen machen, da er schwere Bauchfellentzündungen oder Schäden an der Lunge auslösen kann.
  • Aspergillus flavus: Das Besondere an diesem Schimmelpilz ist, dass er mit seinen Nebenprodukten vor allem fett- und stärkehaltige Lebensmittel befällt. Aber auch Baumwolle ist vor den Sporen nicht sicher. Aspergillus flavus bildet das Gift Aflatoxin, das beim Einatmen oder Berühren Herzversagen oder Leberkrebs hervorrufen kann. Außerdem steht er im Verdacht, Unfruchtbarkeit oder Entwicklungsstörungen von Säuglingen hervorzurufen.
Schimmel entfernen - Oft versuchen es Bewohner erst einmal selbst mit verschiedenen Schimmelentferner-Mitteln (© Jovica Varga / stock.adobe.com)
Schimmel entfernen – Oft versuchen es Bewohner erst einmal selbst mit verschiedenen Schimmelentferner-Mitteln (© Jovica Varga / stock.adobe.com)

Was ist die Ursache für Schimmel?

Es gibt nicht nur die eine Ursache für einen Schimmelpilzbefall in der Wohnung. Die Sporen finden sich häufig schon in der Raumluft. Trotzdem gibt es bestimmte Faktoren, die das Wachstum begünstigen. Eine dauerhaft zu hohe Luftfeuchtigkeit bietet ideale Bedingungen für einen Befall. Dann haben die Sporen die Möglichkeit, sich an kühleren Außenwänden festzusetzen und zu vermehren.

  • Unser Wohnverhalten hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Wir arbeiten mit immer mehr Gerätschaften, die Wasserdampf und damit Feuchtigkeit in die Umgebungsluft abgeben. Besonders deutlich sieht man einen Schimmelbefall daher auch in der Dusche oder an den Silikonfugen.
  • Eine schlechte Dämmung macht die Wände ebenfalls anfälliger für Schimmelsporen. Kalte Räume können die Feuchtigkeit nicht gut speichern. Durch diese Wärmeverluste kühlen die Außenwände stark ab und das Temperaturgefälle sorgt dann für eine optimale Umgebung. Daher ist das richtige Heizen so wichtig!
  • Auch bauliche Mängel können leicht zu Wasserschäden mit anschließender Schimmelbildung führen. Das können Schäden am Dach oder der Fassade sein oder Risse im Putz. Werden nicht umgehend spezielle Maßnahmen ergriffen, um diese baulichen Mängel zu beseitigen, kann es leicht teuer werden. Bei Bedarf leiten wir Sie gern an einen unserer kompetenten Gutachter weiter.

Aber es sind nicht nur die Schäden, die eine spätere Schimmelbeseitigung nötig machen können. Ausgerechnet die neuen Baustoffe sind weit anfälliger für die Sporen, als man ursprünglich dachte. In früheren Jahren wurden vorwiegend Materialien wie Lehm, Holz oder Ton eingesetzt. Diese Stoffe konnten den Wasserdampf viel besser aufnehmen als z. B. Polystyrol. Selbst die Farben begünstigen das Schimmelwachstum ungünstig. Denn sie sind meistens mit Kunststoffen versetzt, die kaum noch Wasser speichern können. Das sucht sich dann einen anderen Weg und wird früher oder später zu Schimmel.

Genauso verhält es sich mit den Fenstern. Die einglasigen Vertreter ihrer Art machten einen permanenten Luftaustausch möglich. Heutzutage sind die Fenster oft so gut isoliert, dass die Außenwände deutlich kälter sind. Damit sind sie deutlich anfälliger für Schimmel.

Bei einem Wasserschaden steigt die Gefahr eines Befalls sehr stark an, wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird. Wer in einer Mietwohnung lebt, sollte umgehend seinen Vermieter informieren, damit dieser alle Maßnahmen in die Wege leitet. In der Regel wird er einen professionellen Schimmelentferner zu Rate ziehen. Auch hier stehen wir Ihnen mit unserem großen Netzwerk aus Profis zur Seite.

Gerade neuen Hausbesitzern wird daher immer wieder geraten, vor dem Einzug die Gewerke gut durchtrocknen zu lassen. Denn gerade in frisch verlegtem Estrich oder Beton befindet sich eine große Restfeuchte, die später leicht zu Schimmel führen kann. Auch nach dem Einzug ins Eigenheim sollten Sie immer ausreichend lüften und heizen, damit die vier Wände gut geschützt sind.

Wie lässt sich Schimmel bekämpfen und entfernen?

Wenn sich die ersten Flecken (Schimmelflecken) an der Wand zeigen, sollten Sie schnell handeln. Ansonsten kann sich der unliebsame Mitbewohner rasant auch in anderen Räumen ausbreiten. – Welche Maßnahmen die besten sind, um den Befall zu beseitigen, hängt auch stark von der Fläche ab. Als Faustregel sagt man, dass ab einem halben Quadratmeter immer ein Experte befragt werden sollte. Falls Sie Hilfe benötigen, können wir Ihnen gern spezielle Fachleute empfehlen.

Wenn die Oberfläche nur an kleinen, unauffälligen Stellen befallen ist, kann man dem Übeltäter auch mit herkömmlichen Hausmitteln bzw. Schimmelentferner-Produkten auf den Pelz rücken. Von Verbrauchern eingesetzt werden u.a. Alkohol, Essig, Entferner auf Chlor-Basis oder mit Wasserstoffperoxid. Doch nicht alles ist gleich gut geeignet, und vor allen Dingen auch nicht in jeder Situation / Umgebung.

Bevor Sie eine befallen Oberfläche damit einsprühen oder einreiben, sollten Sie an einer unauffälligen Stelle zunächst einen kleinen Test durchführen. Gerade Wasserstoffperoxid bleicht die darunterliegenden Oberflächen stark aus. Außerdem sollten Sie auf die richtigen Mischverhältnisse achten, um Ihre Wände nicht weiter zu beschädigen. Wenn Sie auf Alkohol setzen, sollte dieser mindestens 70% haben. Am besten greifen Sie gleich zu Brennspiritus. Auch eine gewöhnliche Essigessenz ist nicht sauer genug, um den Schimmel effektiv zu bekämpfen. Es gibt aber auch höhere Dosierungen, die besonders geeignet sind für glatte Oberflächen. Aber Achtung bei Wänden aus Kalk: Wenn hier Essig zum Einsatz kommt, geht er mit den Schimmelsporen eine Verbindung ein und bietet ihm damit einen optimalen Nährboden.

Diese Mittel reichen allerdings nicht immer aus, um den Schimmel nachhaltig zu entfernen. Daher lohnt bei kleineren Stellen auch der Gang in den Baumarkt. Dort finden sich diverse Schimmelentferner mit Chemikalien. Sie sind sehr effektiv, dabei gleichzeitig aber auch recht aggressiv. Daher sollten Sie im Vorfeld unbedingt die Packungsbeilage gründlich lesen und anschließend ordentlich lüften.

Experte für Schimmelbekämpfung in Wohnräumen | Hausmittel bringen in der Behandlung von großflächigem Schimmelbefall wenig, insbesondere wenn die Ursache der zu hohen Feuchtigkeit nicht behoben wird. (© epixproductions / stock.adobe.com)
Experte für Schimmelbekämpfung in Wohnräumen | Hausmittel bringen in der Behandlung von großflächigem Schimmelbefall wenig, insbesondere wenn die Ursache der zu hohen Feuchtigkeit nicht behoben wird. (© epixproductions / stock.adobe.com)

Schimmel entfernen – Nicht jedes Mittel überall geeignet…

Wenn Sie Schimmel an Tapeten entfernen wollen (siehe auch: gelber Schimmel an Tapete), sollte auf keinen Fall Wasserstoffperoxid zum Einsatz kommen. Das darin enthaltene Bleichmittel wird zu Verfärbungen führen. Auch die handelsübliche Essigessenz empfiehlt sich nicht. Für den Einsatz an der Tapete eignet sich am besten hoch konzentrierter Alkohol, der in mehreren Intervallen großflächig aufgetragen werden kann. Die Schimmelentferner aus dem Baumarkt sind oft nur bedingt geeignet. Sie dünsten meistens noch Tage später unangenehm aus. Völlig ungeeignet sind übrigens Dampfreiniger, die in der Dusche oder auf glatten Oberflächen durchaus effektiv sind. An der Tapete haben sie nichts zu suchen, da der Wasserdampf sie von der Wand lösen würde.

Besonders knifflig wird die Entfernung von Schimmel an Möbeln. Gerade bei Polstern besteht sehr leicht die Gefahr, dass die Sporen bereits tiefer eingedrungen sind. Hier kommt es aber auf den jeweiligen Befall an. Ist dieser sehr großflächig vorhanden, muss das Möbelstück schnellstens entsorgt werden, damit nicht noch mehr Inventar beschädigt wird. Wenn es sich um sehr teure Stücke handelt, kann auch ein Fachmann noch mal einen scheuen Blick darauf werfen. Generell gilt, dass sich Möbelstücke mit einer glatten Oberfläche immer besser behandeln lassen als solche mit poröser Struktur.

Bei kleineren Stellen können Sie ebenfalls zu einem der oben beschriebenen Hausmittel oder Schimmelentfernern aus dem Baumarkt greifen. Allerdings ist es durchaus sinnvoll, immer Handschuhe und eine Atemmaske dabei zu tragen. Denn bei der Beseitigung des Schimmels können sich die Sporen sehr leicht überall verteilen und eingeatmet werden.

Besonders häufig findet sich Schimmel im Badezimmer. In diesen Räumen herrscht fast permanent eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, was das Wachstum unliebsamer Schädlinge begünstigt. In unseren Gefilden findet sich im Bad fast ausschließlich schwarzer Schimmel oder grüner Schimmel, der sich gern an Armaturen oder in den empfindlichen Silikonfugen festsetzt. Letztgenannte können Sie leicht durch einen Fachmann erneuern lassen. Generell ist es ratsam, bei gefliesten Oberflächen einen Experten mit drüber schauen zu lassen, denn nicht selten sind auch die darunterliegenden Wände feucht (Wände feucht – was tun?).

Im Keller gedeiht Schimmel oft für viele Jahre völlig unbemerkt. Erst wenn ein muffiger Geruch zu vernehmen ist, wird es kritisch. Der typisch modrige Geruch ist leicht erkennbar, auch wenn die Flecken an der Decke noch längst nicht sichtbar sind. Daneben finden sich in solchen Kellern auch vermehrt Schädlinge wie Asseln oder Silberfische.

Die Ursache für einen Befall ist meistens schnell erkannt. Im Keller bleibt häufig das Fenster offen stehen. Das ist aber sehr ungünstig, weil an einigen Oberflächen dann zu viel Wasser kondensiert. Außerdem wird dieser Raum sehr gern dazu genutzt, die Wäsche zu trocknen. Die entstehende Luftfeuchtigkeit bietet dem Schimmel dann leichtes Spiel. Generell gilt, dass die Ursachenbekämpfung an erster Stelle stehen sollte. Es muss aber nicht immer das offene Fenster sein. Manchmal liegt auch ein baulicher Mangel vor, oder Leitungen sind nicht mehr dicht. Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Experten zu befragen. Wer keine eigene Immobilie besitzt, sollte die Kosten dafür allerdings zunächst mit dem Vermieter abklären. Kleinere Flächen können Sie aber auch ganz einfach selbst behandeln mit den zuvor genannten Hausmitteln (vgl. auch: Mittel gegen Schimmel an der Wand).

Tipps zur Vermeidung von Schimmel

Sie können im Vorfeld eine ganze Menge tun, um Schimmel vorzubeugen oder einer Neubildung entgegenzuwirken.

Oberste Priorität hat dabei das richtige Lüften. Am besten öffnet man die Fenster mehrfach am Tag ganz. Damit kann die Luftfeuchtigkeit besser entweichen und die Temperatur der Raumluft gleicht sich ein wenig an. Es ist übrigens kontraproduktiv, die Fenster für längere Zeit über gekippt zu lassen. Dadurch braucht die Raumluft deutlich länger, um sich wieder aufzuheizen und die Temperaturunterschiede zwischen den ausgekühlten Flächen sowie der Heizungsluft sind viel zu groß.

Gerade in neueren Immobilien findet kaum noch ein automatischer Luftaustausch statt. Was damals noch gegeben war durch eine Einfachverglasung oder Baustoffe wie Holz, ist heute fast völlig luftdicht. Das hat einige Hersteller dazu inspiriert, eine kontrollierte Wohnraumlüftung zu entwickeln. Diese Geräte sorgen für einen permanenten Austausch der Raumluft. Dabei wird sie gleichzeitig gefiltert und kann im besten Fall sogar erwärmt werden.

Ganz wichtig ist es außerdem, die Temperatur im Raum auf einem konstanten Niveau zu halten. Denn warme Luft nimmt mehr Wassermoleküle auf als kalte. Bis zu 21°C sind optimal, um einer Schimmelbildung vorzubeugen.

Am besten verzichten Sie darauf, Ihre Wäsche in geschlossenen Räumen zu trocknen. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit enorm und führt schnell zu einer Schimmelbildung. – Es wurde bereits mehrfach beschrieben, aber es ist auch einfach unerlässlich: Die Luftfeuchtigkeit ist das A und O! Es gibt spezielle Hygrometer, mit denen man diese relativ zuverlässig messen kann.

Gerade in alten Immobilien muss irgendwann die Dämmung erneuert oder kleinere Schäden ausgebessert werden. Bei nassen Wänden muss immer auch ein Fachmann hinzugezogen werden, um die konkrete Ursache zu finden.

In einigen Räumen eignen sich auch Luftentfeuchter / Raumentfeuchter sehr gut, um das Problem in den Griff zu bekommen. Es gibt sie mittlerweile als manuelle oder sogar als elektrische Variante zu erschwinglichen Preisen. Die helfen dabei, eine maximale Luftfeuchtigkeit von 60% nicht zu überschreiten. In Verbindung mit einer Raumtemperatur von bis zu 21°C beugen Sie damit gut vor.

Das Gleiche gilt auch für Luftreiniger. Sie entziehen der Raumluft Allergene, Staub und andere unliebsame Partikel. Je nach Art des Filters können Sie damit sogar die gefährlichen Schimmelsporen aus der Luft ziehen. Damit verhindern Sie, dass sich diese an anderen Oberflächen erneut festsetzen.

Ein weitere Tipp ist, die Möbel nicht direkt an die Wand zu stellen. Im besten Fall sollte ein Mindestabstand von 10 cm eingehalten werden. Ansonsten kann sich dahinter leicht Kondenswasser und natürlich auch Schimmel bilden.

Bei Hängeschränken in der Küche lässt es sich nicht vermeiden - ansonsten gehört aber zur den Tipps zur Verbeugung von Schimmel: Lassen Sie immer etwas Luft zwischen Möbeln und Wänden. Außerdem hilft in der Prävention: Regelmäßige Lüftung (Stoßlüften), vor allem im Badezimmer, wo die Feuchte im Raum nach dem Duschen schnell gegen 100 Prozent steigt. (© cegli / stock.adobe.com)
Bei Hängeschränken in der Küche lässt es sich nicht vermeiden – ansonsten gehört aber zur den Tipps zur Verbeugung von Schimmel: Lassen Sie immer etwas Luft zwischen Möbeln und Wänden. Außerdem hilft in der Prävention: Regelmäßige Lüftung (Stoßlüften), vor allem im Badezimmer, wo die Feuchte im Raum nach dem Duschen schnell gegen 100 Prozent steigt. (© cegli / stock.adobe.com)

Gerade in einer Mietwohnung muss bei einem Schimmelbefall die Schuldfrage geklärt werden. Dabei liegt die Beweislast zunächst beim Vermieter. Er muss erklären können, dass keine baulichen Mängel oder Wasserschäden die Ursache für den Schimmel sind. Erst wenn das ausgeschlossen wurde, liegt die Beweislast beim Mieter. Der hat eine Fürsorgepflicht, indem er richtig lüftet und heizt. Diese Verantwortung würde im schlimmsten Fall dann bei Ihnen liegen. Am besten informieren Sie sich im Vorfeld bei einem Gutachter, wer für den Schaden aufkommen muss und welche Ursache es für den Befall gibt.

Kleiner Tipp für Hausbesitzer: In einigen Fällen übernimmt die Haftpflicht- oder Hausratversicherung zumindest einen Teil des Schadens.

Als Mieter einer Wohnung haben Sie bei Nichtverschulden sogar die Möglichkeit, die Miete zu mindern, bis der Vermieter den Schimmel entfernt oder entfernen lassen hat. Dafür muss allerdings im Vorfeld klar sein, dass Sie den Schaden nicht selbst verursacht haben. Häufig sträuben sich die Vermieter dagegen. Dann lohnt sich der Gang zum Rechtsanwalt auf jeden Fall. Er wird Ihnen vermutlich zu einem professionellen Gutachten raten, das anschließend als Grundlage zur Mietminderung eingesetzt werden kann.

Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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