Kellerboden abdichten gegen Grundwasser / Feuchte

Die Deutsche Schadenshilfe verfügt über ein Experten-Netzwerk zum Thema Feuchteprobleme und Wasserschäden. Wir vermitteln Ihnen bei Bedarf Sachverständige / Gutachter, Sanierungsprofis und Fachanwälte für Versicherungsrecht. Gemeinsam sorgt ein schlagkräftiges Team dafür, dass Schäden professionell analysiert und saniert werden, und dass die Kosten für Schadensanierungen bestmöglich mit zuständigen Versicherungen abgewickelt werden.

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Aufsteigendes Grundwasser: Den Keller sanieren

Eine undichte Bodenplatte hat üble Auswirkungen. Im Keller kann sich Schimmel bilden, oder unschöne kristalline Ausblühungen zeigen an, dass Feuchtigkeit ins Gemäuer aufsteigt. In den Kellerräumen kann man bei all diesen Symptomen keine Kartons mehr lagern, und eine wohnliche Atmosphäre will nicht aufkommen. Außerdem ist Schimmel eine erhebliche Herausforderung für die Gesundheit, und Sie sollten schnellstens Abhilfe schaffen und den Kellerboden abdichten.

Wer sich die Arbeiten zutraut, ist gut beraten, einige grundsätzliche Dinge zu beachten. Zunächst muss der Hausherr herausfinden, woher das Wasser kommt. Wichtig ist auch die Beseitigung des Wassers, besonders wenn man den Raum weiter bewohnen oder als Arbeitszimmer nutzen will. Ohne eine Kellerentfeuchtung bleibt die Luftfeuchtigkeit nämlich hoch, und die bei der Sanierung verwendeten Materialien erfüllen ihre Funktion nicht in ausreichendem Maße, vgl. Feuchtigkeit im Keller beseitigen.

Selber den Kellerboden abdichten: Das sollten Sie wissen!

Für das Vorgehen bei der Sanierung / Renovierung spielt die Art des Bodens im Keller bzw. des Fundaments die entscheidende Rolle. Bei einem älteren Haus finden Sie unter dem Keller oft nur den gestampften Lehmboden, eine Bodenplatte ist nicht vorhanden, und das Grundwasser kann unter diesen Voraussetzungen leichter aufsteigen (vgl. Keller feucht durch Berliner Grundwasser).

Neuere Gebäude haben im Keller den heute üblichen Betonboden und normalerweise sollte dieser Untergrund gedämmt und gut abgedichtet sein. Liegen aber Zweifel an der Beschaffenheit des Bodens vor, weiß der Fachmann kompetenten Rat, siehe: feuchten Kellerboden sanieren. Das Abdichten ist in diesen Fällen etwas aufwändiger, die Arbeiten bleiben aber meist überschaubar.

Von innen den Keller abdichten: Die Voraussetzungen beachten

Wenn aufsteigendes Grundwasser den Kellerboden durchfeuchtet, versprechen unterschiedliche Methoden eine Besserung. Zunächst gilt es aber, die Frage nach dem Material des Kellerbodens zu beantworten. Denn dessen Substanz bestimmt, mit welcher Methode sich der erwartete Erfolg einstellt (vgl. Kellerboden sanieren, aufsteigende Feuchtigkeit Bodenplatte).

Den Estrich sanieren, Kellerboden abdichten

Befindet sich auf dem Boden des Kellers eine Schicht aus Estrich, die noch intakt ist, gelingt die Abdichtung recht schnell und einfach. Zunächst wird der vorhandene Estrich gereinigt, vorhandene Schadstellen oder Risse sind zu verspachteln. Anschließend legt der Handwerker von innen eine PE-Folie auf. Diese verlangt eine Verklebung mit einem zuverlässigen Dichtband an den Rändern, mit der man sie sorgfältig befestigt. Erst nach diesen Vorbereitungen macht es Sinn, den neuen Belag auf den Boden aufzubringen, nach Möglichkeit einen Flies- oder Gussasphalt-Estrich. Der versierte Experte fügt dem Estrich noch ein Dichtmittel hinzu, um sicher zu gehen, dass der sanierte Bodenbelag das aufsteigende Grundwasser effektiv fernhält.

Grundwasser drückt durch Kellerboden | Abdichten mit Schweißbahn, Epoxidharz, Bitumen? (© Diane / stock.adobe.com)
Grundwasser drückt durch Kellerboden | Abdichten mit Schweißbahn, Epoxidharz, Bitumen? (© Diane / stock.adobe.com)

Den Ziegelboden mit Epoxidharz abdichten

Ein Ziegelsteinboden erfordert eine etwas andere Behandlung, und die fundamentalen Schritte wollen wir hier vorstellen. Auch der Ziegelstein erfährt zuerst eine gründliche Reinigung und anschließend eine Versiegelung mit Kunst- bzw. Epoxidharz gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Das Dichtmaterial pinselt der Heimerker auf den Untergrund, wobei unter Umständen auch ein Wasserschieber (aus Gummi) gute Dienste leistet. Das Epoxidharz stellt sicher, dass die aufsteigende Feuchtigkeit außen vor bleibt.

Nach der Trocknung der Sperrschicht kommt oben auf ein Haftgrund. Schließlich kann eine zusätzliche Abdichtung durch eine Schicht Verlaufsmasse erfolgen. Dann kann der Hausbesitzer wirklich sicher sein, dass sein Keller nicht länger von aufsteigender Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen wird.

Bei der Anwendung des Kunstharzes sind einige Regeln zu beachten. Epoxidharz wird bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius verarbeitet, nicht aber unter 10 Grad. Die relative Luftfeuchte darf nicht höher liegen als 70 Prozent.

Einen Keller ohne Bodenplatte abdichten

Wie eingangs erwähnt, kann die Bodenplatte gar nicht vorhanden sein. Bei älteren Häusern ist das oft der Fall, dann findet sich nicht der heute übliche Boden aus Bodenplatten, vielmehr besteht der Untergrund aus einem gestampften Lehm. Oft ist auch eine vorhandene Bodenplatte nachhaltig porös oder sogar zerstört. In beiden Fällen hilft nur eine umfangreiche Sanierung von innen, bei der man den Boden komplett nachträglich neu aufbauen muss (s.a. Keller nachträglich abdichten). Bei diesen Voraussetzungen orientiert der Fachmann seine Vorgehensweise an den folgenden fundamentalen Schritten.

Sind nur noch Reste des einstigen Untergrunds vorhanden, müssen diese entfernt werden. Anschließend hebt man den Boden aus. Auf das nun blanke Erdreich gehört eine Schicht Magerbeton mit einer Stärke von wenigstens fünf Zentimetern, um die Sauberkeit zu garantieren. Dieser Belag muss ausreichend trocknen, dann folgt eine weitere Schicht Beton, etwa drei bis vier Zentimeter dick. Auch die darf nicht feucht sein, wenn man anschließend die Sperrschicht aufbringt. Diese besteht entweder aus PE-Folie oder aus Bitumen.

Kellerboden abdichten gegen drückendes Grundwasser | Vorbereitung einer Bitumenbahn zur Abdichtung / Schutz des Bodens gegen Feuchtigkeit (© Niko_Cingaryuk / stock.adobe.com)
Kellerboden abdichten gegen drückendes Grundwasser | Vorbereitung einer Bitumenbahn zur Abdichtung / Schutz des Bodens gegen Feuchtigkeit (© Niko_Cingaryuk / stock.adobe.com)

Unabhängig vom verarbeiteten Material sollte der Sanierer an den Rändern des Bodens zur Kellerwand die Dichtmasse ein paar Zentimeter nach oben ziehen. Denn unter Umständen gelangt die aufsteigende Feuchtigkeit zwar nicht länger in den Boden, steigt aber stattdessen in die umliegenden Wände. Mit einer „Fußleiste“ aus Dichtmasse stellt der Handwerker hingegen sicher, dass die isolierende Funktion der Feuchtigkeitssperre auch das Mauerwerk der Kellerwand trocken hält. Siehe auch: Abdichtung Hauswand und Nasse Wand innen abdichten.

Auf leisen Sohlen – auch die Geräuschentwicklung minimieren

Viele Bauherrn wollen nicht nur gegen Feuchtigkeit den Kellerboden abdichten, sondern auch für eine zusätzliche Dämmung sorgen. Dann bringen sie auf die erfolgte Abdichtung eine Dämmschicht auf.

Sind nun die Beläge in der richtigen Reihenfolge aufgetragen und getrocknet, kommt als letzte Schicht der Estrich an die Reihe. Man verteilt ihn gleichmäßig im gesamten Kellerraum und gönnt auch ihm eine ausreichend lange Trockenzeit. Die Sanierung ist damit abgeschlossen, je nach Geschmack verlegt der Bewohner nun den PVC-Belag oder das Laminat und nutzt den Keller nach seinen Vorstellungen.

Die Sanierung mit Dichtschlämmen

Eine ebenfalls besonders einfache Methode für die Abdichtung des Kellers sind Dichtschlämme. Auch bei Neubauten finden sie Verwendung, hauptsächlich aber bei der Instandsetzung von älteren Häusern. Dichtschlamm erweist sich als besonders alterungsbeständig und garantiert, dass der Kellerboden langfristig dicht bleibt. Auf ihrer Oberfläche kann jeder Bodenbelag ausgelegt werden.

Mit Schweißbahnen den Keller abdichten

Oft verlegt man im Keller eine Schweißbahn, um den Boden zusätzlich gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu versiegeln. Diese Maßnahme empfiehl sich besonders bei einem wasserundurchlässigen Beton, auch WU-Beton. Denn dieses Material erweist sich trotz seiner Bezeichnung nicht selten als diffusionsoffen, und so gelangt trotz aller Vorsicht Feuchtigkeit ins Gemäuer bzw. die Wände.

Schweißbahnen aus Bitumen (Bitumenbahnen) konnten sich als ein zuverlässiges Mittel gegen aufsteigendes Grundwasser immer wieder bewähren. Häufig wird diese Art der Gebäudeabdichtung im Außenbereich mit Hilfe einer Bitumendickschicht ausgeführt. Darüber hinaus ist es üblich, auch bei einem ausreichenden Schutz von außen zusätzlich von innen eine Schweißbahn zu verlegen. So erhält das Gebäude eine zusätzliche Isolierung.

Übrigens sind Fliesen bei einem Wasserschaden ein Problem für sich. Wer noch nie mit einer erhöhten Feuchtigkeit im Keller konfrontiert war, kann den Zustand der Kacheln und Fugen schlecht einschätzen. Oft sieht der Boden nach erfolgter Trocknung ganz passabel aus, aber zwischen Fliesen und Untergrund bleibt meist Wasser zurück mit den üblichen Folgen. Dann ist der Fachmann gefragt (siehe: Wasserschaden unter Fliesen erkennen), der mit seiner Erfahrung zuverlässig einschätzen kann, ob der Belag erneuert werden muss. Anderenfalls bildet sich mit der Zeit weißer Schimmel im Keller. Dieser ist zwar nicht so gesundheitsschädlich wie sein grüner Verwandter, aber die Fugen lösen sich dennoch nach und nach auf, und eine Sanierung wird dann irgendwann unvermeidbar.

Welche Kosten entstehen beim Abdichten des Kellers

Bei der Innenabdichtung des Kellerbodens gegen Feuchtigkeit aus dem Erdreich respektive Grundwasser ergibt sich sofort die Frage nach den Ausgaben / Kosten, die nun auf den Hausbesitzer zukommen. Leider lassen sich nur ungefähre Angaben zu den Kosten machen, denn es kommt auf die Bedingungen der Sanierung an. Besonders die Größe der zu bearbeitenden Fläche spielt eine Rolle, auch der Zustand des vorhandenen Untergrunds. Wird eine Dämmung gewünscht, entstehen weitere Ausgaben, auch wenn zusätzliche Arbeiten etwa am Mauerwerk nötig werden. Im allgemeinen rechnen die Bau-Experten bei der Kellersanierung mit einem Preis von 250 bis 400 Euro für den Quadratmeter.

Kellerboden abdichten - Boden des Kellers fertig abgedichtet, saniert, versiegelt (© J.A. / stock.adobe.com)
Kellerboden abdichten – Boden des Kellers fertig abgedichtet, saniert, versiegelt (© J.A. / stock.adobe.com)

Den Keller abdichten: Spezialisten sind gefragt

Unter Umständen verfügt der Laie nicht über die notwendigen Kenntnisse und kann selber nicht die Kellerwände und den Kellerboden abdichten. Dann braucht er Unterstützung durch einen Experten, bei Unklarheiten bezüglich der Schadensursache sogar einen Fachanwalt für Versicherungsrecht. Folgen Auseinandersetzungen mit der Versicherung, sollte der Eigentümer einen Sachverständigen mit einem Gutachten beauftragen (siehe auch Bauschadengutachten). Auf unserem Portal vermitteln wir Ihnen die jeweils nötigen Fachleute, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn zum Beispiel Epoxidharz als Werkstoff zum Beschichten und Versiegeln des Kellerbodens zum Einsatz kommen soll.

Denn: Den Kellerboden abdichten ist keine Kleinigkeit, und ausschließlich mit Engagement und gutem Willen lässt sich bei einem komplexen Schadensbild nur wenig ausrichten. Die Maßnahmen erfordern vielmehr detaillierte Kenntnisse, damit das Arbeitsergebnis eine zuverlässige Abdichtung der Bodenplatte gewährleistet. Wir vermitteln Ihnen für die Kellersanierung Firmen, die über das nötige Fachwissen verfügen und die notwendigen Maßnahmen zuverlässig durchführen.

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Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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