Feuchten Kellerboden sanieren

Verbreitet sich im Keller aufsteigende Feuchtigkeit, deutet das auf eine mangelhafte Bodenplatte hin. In Altbauten legten die Architekten auf die Isolierung / Abdichtung der Bodenplatte oft kaum Wert, denn damals wurde der Kellerbereich nicht für Wohnzwecke genutzt. Muss der Kellerboden aufgrund von Feuchteproblemen saniert werden, ist das alles andere als trivial.

Im Folgenden ein paar Tipps für die Sanierung des Kellerbodens. Und gut zu wissen: Die Deutsche Schadenshilfe unterstützt Sie bei Feuchteproblemen und Wasserschäden an Immobilien – mit Sachverständigen, Sanierungsprofis und Fachanwälten für Versicherungsrecht.

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Wie kann man den Kellerboden abdichten?

Ein andauernder Wasserdruck durch einen zu hohen Grundwasserspiegel führt zu einer allmählichen Durchfeuchtung des Bodens, oft auch bei einer sonst ausreichenden Kellerabdichtung. Ähnliche Folgen hat ablaufendes Sickerwasser, das plötzlich und schnell durch die Ritzen dringt. Oder es baut sich mit der Zeit langsam auf, und so entsteht im Boden ein gewisser Druck, der sich ebenfalls als Feuchtigkeit in den Kellerräumen bemerkbar macht und vielfach auch die Kellerwände in Mitleidenschaft zieht (vgl. drückendes Grundwasser im Keller, Wände nach Wasserschaden trocknen).

Je nach verwendetem Material sind die Kellerböden unterschiedlich durchlässig. Ohne eine entsprechende Sperrschicht leiten sie die Bodenfeuchte auch ins Innere des Gebäudes. Besonders der Klinkerboden in einem Altbau ist für das Phänomen bekannt.

Die Maßnahme hängt von der Beschaffenheit des Kellerbodens ab

Leider können wir kein Patentrezept für eine Sanierung angeben, denn die Böden sind auf unterschiedliche Weise mit verschiedensten Materialien ausgeführt. Das grundsätzlich Vorgehen bei einer Kellersanierung mit Abdichtung ist jedoch weitgehend identisch (vgl.: feuchten Keller sanieren) .

Zunächst muss die Ursache für die Feuchtigkeit bekannt sein. Liegt es an einer mangelhaft abgedichteten Bodenplatte, hält sich der Aufwand in Grenzen. Verfügt jedoch das Mauerwerk über gar keinen Schutz gegen die eindringende Feuchtigkeit, dringt das Wasser durch Spalten und Ritzen in die Kellerräume ein (vgl. Feuchteschäden Mauerwerk). Dann hilft nur noch das umfangreiche Abdichten des Kellers mit einer Horizontalsperre bzw. einer vertikalen oder Injektionsabdichtung.

Den Kellerboden mit feuchten Ziegelsteinen trocknen?

Mitunter findet sich im Keller von besonderen Altbauten eine Abdeckung mit Ziegelsteinen. Ein neuer Besitzer wundert sich dann oft über eine erhöhte Luftfeuchtigkeit von etwa 90 Prozent und will für Abhilfe sorgen. Aber die Bauherren früherer Zeiten waren mit Sicherheit nicht weniger gescheit als die heutigen. Die feuchten Ziegel und die hohe Luftfeuchtigkeit haben durchaus ihren ausgeklügelten Sinn. Denn sie halten den Keller im Sommer angenehm kühl, bieten so die passende Umgebung für die Lagerung von Lebensmitteln. Als Ursache für die Durchfeuchtung sind jedoch andere schädliche Einflüsse auszuschließen, wie etwa eine erhöhte Feuchtigkeit durch ein zu hoch stehendes Grundwasser.

Einen Kellerboden aus Beton sanieren

Besteht der Boden aus Beton, ist die Sanierung meist recht einfach. Will der Eigentümer anschließend Fliesen verlegen, muss er zunächst Risse und Unebenheiten ausgleichen (siehe auch: Estrichrisse / Beton Risse verharzen). Dies kann durch Kies oder eine neue Schicht Beton erfolgen. Diese Sauberkeitsschicht aus Magerbeton oder Kies braucht eine Stärke von wenigstens fünf Zentimetern. Anschließend den Estrich aufgeben und trocknen lassen, dann bildet ein beliebiger Bodenbelag den Abschluss auf dem Betonboden.

Kann man nachträglich den Kellerboden sinnvoll dämmen?

Bei Neubauten erfolgt die Abdichtung nach unten durch die sogenannte Perimeterdämmung. Zu diesem Zweck verlegen die Bauarbeiter Dämmstoffplatten in mindestens einer Lage auf eine sogenannte Sauberkeitsschicht (s. o.) aus verdichtetem Kiessand oder Magerbeton. Bodenplatte und Dämmschicht erhalten zusätzlich eine Schutzfolie.

Oft wird aber in einem Altbau eine nachträgliche Kellerbodendämmung notwendig, wenn die Kellerräume trocken bleiben sollen. Dann beginnen die Handwerker zunächst mit den Vorarbeiten für die Kellerbodensanierung, nämlich der Prüfung des Kellerbodens mit anschließender Säuberung und seiner Glättung. Eine undichte Stelle erhält eine Sanierung mit sogenannten Dichtschlämmen. Denn die zu installierenden Dämmplatten gehören stoßdicht auf den Untergrund und werden meist vollflächig verklebt. Auf diese Dämmschicht kommt eine Dampfsperre und schließlich der Fußbodenbelag.

Mein Kellerboden ist feucht – bekommt man das in den Griff?

Eine Kellerentfeuchtung ist kein Hexenwerk. Unter Umständen kann die Sanierung sogar zu großen Teilen in Eigenleistung erfolgen. Hat sich jedoch etwa Grundwasser im Keller gesammelt, ist meist von einer umfangreichen Maßnahme auszugehen (vgl. Keller abdichten Grundwasser). Dann ist jedoch der Laie mit seinen doch überschaubaren Kenntnissen in den meisten Fällen überfordert, und er sollte einen erfahrenen Handwerker mit der entsprechenden Ausbildung in das Projekt einbeziehen.

Grundsätzlich sind aber auch die widrigsten Bedingungen für den Experten kein Problem. So ist zum Beispiel bekannt, dass in manchen Gegenden der Grundwasserspiegel relativ hoch steht. Durch anhaltende Regenfälle steigt er sogar noch weiter an, und dann macht er sich bald durch einen feuchten Kellerboden bemerkbar. Die Fachbetriebe verfügen aber über die notwendige Erfahrung. So dramatisch ein Wassereinbruch vom Eigentümer auch wahrgenommen wird, die qualifizierten Facharbeiter sind auf alle Eventualitäten gut vorbereitet und wissen, wie man derartigen Schäden in Zukunft vorbeugt.

Den Kellerboden streichen oder versiegeln, aber wie?

Den Kellerboden kann der Eigenheimer problemlos selber streichen. Allerdings sollte er sich zuvor in Kenntnis setzen über das Alter des Gebäudes und die Beschaffenheit des Bodens. Bei einem Altbau, der vor 1970 errichtet wurde, spielt nämlich der Kellerboden eine wichtige Rolle bei der Zirkulation von Luft und Feuchtigkeit. Dann darf der Handwerker auf keinen Fall eine Farbe auftragen, die weder Wasser noch Luft hindurch lässt. Unter diesen Voraussetzungen sind Fliesen als Bodenbelag eine sinnvolle Alternative. Oder der Besitzer gibt eine Sanierung für den kompletten Kellerboden bei einem Experten in Auftrag und lässt ihn mit einer entsprechenden Dampfsperre ausstatten.

Nach 1990 bestehen die Kellerböden bereits aus Beton und verfügen standardmäßig über eine Dampfsperre. Einen derartigen Boden kann man ohne Bedenken streichen, wenn die folgenden Hinweise Beachtung finden.

Die einschlägigen Vorschriften beachten

Mit den richtigen Materialien und Farben wird der Anstrich auch dem interessierten Laien ohne Probleme gelingen. Für einen Heizungskeller gilt jedoch die gesetzliche Bestimmung, dass nur eine ölfeste Farbe zur Anwendung gelangt bei einem Farbauftrag von drei Schichten.

Besonders geeignet für den Boden im Keller sind Fußboden- oder Zementfarben, die man mit Wasser verdünnt. Sie sind pflegeleicht, abriebfest und strapazierfähig. Ein derartiger Farbüberzug hält auch unterschiedlichsten Chemikalien stand, die in einem Werkraum unter Umständen immer mal wieder herunterfallen. Außerdem sind besondere Kombi-Farben oder Kellerbodenfarben erhältlich, die schon eine Grundierung mit enthalten.

Eins nach dem anderen

Viele Kellerböden sind bereits über die Maßen beansprucht und deshalb uneben. Mit der Betonschleifmaschine erfolgt deshalb eine Begradigung des Untergrunds, bevor sich der Farbauftrag anschließt. Einen ohnehin glatten Kellerboden streicht der Hausherr sofort ohne Vorarbeiten.

Nun geht es um die Sauberkeit. „Besenrein“ ist das Stichwort, und zu diesem Zweck kommen Staubsauger und Feger zum Einsatz und sorgen für die erforderliche Gründlichkeit. Ein stark saugender Boden verlangt nach einem Tiefengrund, auf wenig oder nicht saugenden Untergründen reicht eine Haftgrundierung. In einem feuchten Kellerraum verhindert eine Sperrgrundierung das Eindringen von Wasser. Ausreichend trocknen lassen! – Die Herstellerangaben informieren über die notwendige Dauer der Ablüftung; zwischen 12 und 24 Stunden sind einzuplanen.

Für den eigentlichen Anstrich verdünnen wir die Beton- oder Zementfarbe mit einem Wasseranteil von 10 Prozent. Erst alle Kanten und Ecken mit dem hierfür passenden Pinsel streichen, dann mit der Lammfellrolle einschließlich Verlängerung die Bodenfarbe auftragen. Den Anfang macht die Wand mit der größten Entfernung zur Tür, und der Handwerker arbeitet sich allmählich vor in Richtung Ausgang. Eine abweichende Arbeitsorganisation kann dazu führen, dass er sich im eigenen Keller „einsperrt“. Die Farbe trocknen lassen, dann folgt der unverdünnte zweite Anstrich, der die Widerstandsfähigkeit des Bodens erhöht. Vor der ersten Begehung wieder eine Trocknungszeit von 24 Stunden einhalten.

Kellerboden diffusionsoffen: ja oder nein?

Bei jeder Behandlung des Kellerbodens kommt es auf dessen Eigenschaften an. Wie oben bereits gesagt, wurden zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Methoden angewendet, und manche Böden müssen durchlässig bleiben, andere nicht.

Besonders in Altbauten ist die Bodenplatte also diffusionsoffen. Durch einen einfachen Test mit Hilfe eines Hygrometers bekommt der Eigentümer schnell Gewissheit über den Zustand des Kellerbodens. Soll nun bei der Kellerbodensanierung ein durchlässiger Belag aufgebracht werden, bietet sich dem Kunden nur eine eingeschränkte Auswahl an Materialien.

Kellerbodensanierung: Feuchten Kellerboden sanieren (© schulzfoto / stock.adobe.com)
Kellerbodensanierung: Feuchten Kellerboden sanieren (© schulzfoto / stock.adobe.com)

Feuchten Kellerboden sanieren: Wann nötig, und worauf kommt es an?

Besonders wenn nach einem plötzlichen Wassereinbruch meterhoch das Wasser im Keller steht, führt an einer Kellertrockenlegung kein Weg vorbei. Andere Anlässe sind Baumängel (siehe auch: Baumängel Anwalt), die es erforderlich machen, den Betonboden zu sanieren.

Dann kommt es besonders darauf an, in der richtigen Reihenfolge vorzugehen. Nach einer ausreichenden Trocknung der Räumlichkeiten geht es an die Ursachenanalyse, es folgt die Behebung der Mängel. Und anschließend geht es an die eigentliche Sanierung, sprich das Ausbessern der Schäden bzw. die Neuinstallation von beschädigten Komponenten. Der engagierte Heimwerker ist durchaus in der Lage, einige Arbeiten selber durchzuführen. Allerdings lässt sich die Mitarbeit eines qualifizierten Fachbetriebs in vielen Fällen nicht umgehen.

Gutachter und Anwälte

Wenn der Boden im Keller feucht ist, kommt es meist zu weiteren Problemen wie das Auftreten von Schimmel (siehe auch: Kellerschimmel, Schimmel Beratung, Schimmel behandeln). Mit der Zeit kann sogar die Bausubstanz Schaden nehmen, was mit erheblichen finanziellen Belastungen (siehe: Keller abdichten Kosten) verbunden ist.

Im Versicherungsfall stellt sich bald die Frage nach dem Verursacher, und man sollte sich auf eine gerichtliche Auseinandersetzung vorbereiten. Dann sind die Sachverständigen gefragt, ein Fachanwalt (am besten für Sachversicherungsrecht) sollte einbezogen werden.

Auf unserer Webseite vermitteln wir die entsprechenden Kontakte, außerdem finden Sie hier die Angebote von Handwerkern und spezialisierten Sanierungsdienstleistern, die über die notwendigen Kenntnisse verfügen und auf vielfache Weise Erfahrung mit der Materie sammeln konnten.

Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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