Feuchte Wand: Wände trocknen nach Wasserschaden

Hochwasser, Rohrbruch, starker Niederschlag oder defekte Geräte: Viele Ursachen führen zu einem Wasserschaden in der Wohnung oder dem eigenen Haus. Eine feuchte Wand kann der geringste Schaden sein, im schlimmsten Fall wird sogar die Bausubstanz des Gebäudes angegriffen. Gerade bei schwerwiegenden Schäden sollte daher immer ein Fachmann zur Begutachtung und Durchführung der Arbeiten herangezogen werden, um die sachgemäße Trocknung im Schadensfall sicherzustellen.

Die Deutsche Schadenshilfe ist spezialisiert auf die Regulierung von Wasserschäden: Sachverständige (Gutachter), Fachanwälte für Versicherungsrecht und Sanierungsprofis (Wasserschadensanierer) sorgen dafür, dass der vorliegende Schaden schnellstmöglich beseitigt wird, und leistungspflichtige Versicherungen zur Abrechnung herangezogen werden.

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Wände trocknen nach Wasserschaden – Vorbereitende Schritte

Wände trocknen nach einem Wasserschaden nicht von selbst. Stattdessen muss eine professionelle Trocknung erfolgen. Bevor diese jedoch durchgeführt werden kann, sind vorbereitende Schritte notwendig. Wurde der Schaden beispielsweise durch einen Rohrbruch ausgelöst, ist oft nicht sofort ersichtlich, wo genau der Ursprung des Schadens liegt. Dies muss bestimmt werden, damit die feuchte Wand anschließend zielgerichtet getrocknet werden kann.

Ein Fachmann führt zur Bestimmung eine Leckageortung durch. Dazu wird oft spezielle Ausrüstung verwendet wie Kameras, die auch in Abwasserrohren Aufnahmen machen können, oder Leckortungsgeräte (siehe Wasserleckortung Geräte). Durch den Einsatz dieser Technik muss in der Regel kein Mauerwerk freigelegt werden. So verkürzt sich die Dauer der notwendigen Arbeiten und auch die Kosten werden gering gehalten.

Das Ergebnis der Ortung kann Einfluss darauf haben, ob und welche Versicherungen den Schadensfall anerkennen: Während etwa ein defektes Abwasserrohr in der Regel ohne Probleme als Versicherungsfall anerkannt wird, ist dies bei Schäden, die durch Risse in Fugen oder Fliesen entstanden sind, nicht immer der Fall (vgl. Wasser im Keller durch Wand: Versicherung). Wir können Ihnen einen unabhängigen Begutachter empfehlen (Sachverständiger f. Feuchteschäden), der helfen kann, Ihre Ansprüche geltend zu machen.

Ist die Leckageortung abgeschlossen, können die eigentliche Trocknung und Sanierung durchgeführt werden. Die Schäden, die nach einem Hochwasser oder einem Wasserrohrbruch auftreten, sind nicht immer sichtbar. Während Sie feuchte Wände, eine feuchte Decke oder Böden selbst erkennen, finden sich im Mauerwerk, der Dämmschicht und dem Estrich oft unsichtbare Wasseransammlungen. Werden diese nicht sachgemäß getrocknet, besteht die Gefahr der Bildung von Schimmel oder Schwamm (vgl. Hausschwamm erkennen).

Um Böden und Wände zu trocknen nach einem Wasserschaden werden verschiedene Trocknungsmethoden angewendet, die solchen Langzeitschäden vorbeugen. Was genau Sie hinsichtlich Trocknungszeit und Verfahren erwartet, hängt davon ab, was in welchen Räumlichkeiten getrocknet werden soll.

Je nach Ursache kommen für die Entfeuchtung / Trockenlegung verschiedene Geräte zum Einsatz - Luftentfeuchter, Bautrockner, Gebläse, Heizgeräte... - Das Ziel ist eine Reduktion der Feuchtigkeit im Raum, Gebäude und der Bausubstanz (© Daria / stock.adobe.com)
Je nach Ursache kommen für die Entfeuchtung / Trockenlegung verschiedene Geräte zum Einsatz – Luftentfeuchter, Bautrockner, Gebläse, Heizgeräte… – Das Ziel ist eine Reduktion der Feuchtigkeit im Raum, Gebäude und der Bausubstanz (© Daria / stock.adobe.com)

Mit einem Bautrockner eine feuchte Wand trocknen

Ist eine der Wände betroffen, kommen in der Regel Bautrockner zum Einsatz. Dabei kann entweder ein Adsorptionsverfahren mit einem Adsorptionstrockner durchgeführt werden oder es kommt ein Kondensationstrockner für das entsprechende Kondensationsverfahren zum Einsatz (vgl. Wand trocken legen).

Nach einem Wasserschaden: Adsorptionstrockner oder Kondensationstrockner?

Beim Einsatz von Bautrocknern finden zwei verschiedene Verfahren Anwendung: die Sorption oder die Kondensation.

  • Bei ersterem werden sogenannte hygroskopische Materialien eingesetzt. Diese binden Feuchtigkeit leichter als Stoffe in ihrer Umgebung. Nach einem Wasserschaden ist das die Raumluft. Ein Adsorptionstrockner saugt diese Raumluft an; das hygroskopische Material bindet die Feuchtigkeit.
  • Bei der Kondensation wird die Luft nach ihrem Eintritt in den Bautrockner stattdessen gekühlt, sodass der Wasserdampf kondensiert und sich als Wassertropfen absetzt. Das Wasser wird dann in einem Tank gespeichert oder sofort abgeleitet.

Die beiden Arten der Bautrockner haben unterschiedliche Vor- und Nachteile (siehe auch Trocknungstechnik). So können Kondensationstrockner nur in bestimmten Temperaturbereichen verwendet werden und der Betrieb muss unter Umständen zwischenzeitlich unterbrochen werden. Adsorptionstrockner auf der anderen Seite verbrauchen mehr Energie.

Welche Art von Bautrockner und Verfahren sich am besten eignet, sollte immer anhand der individuellen Situation von einem Fachmann eingeschätzt werden. Dieser kann Kriterien wie die Temperatur der Raumluft oder die Bausubstanz in Betracht ziehen, die von einem Laien nur schwer zu beurteilen sind. Wir können Ihnen erfahrene Dienstleister vermitteln, die das geeignete Verfahren für Sie und Ihre Wohnsituation finden. Von der richtigen Verfahrensauswahl hängt ab, wie effektiv und damit schnell die Trocknung erfolgen kann (siehe auch Bautrocknungsgeräte mieten).

Feuchte Wände trocknen: Diese Zeit sollten Sie einplanen

Die Trocknungszeit hängt von diversen Faktoren ab. Manche Baumaterialien speichern mehr Wasser als andere und machen damit eine längere Trocknungszeit notwendig. Temperaturen ab 15° Celsius begünstigen die Trocknung im Vergleich zu kühleren Temperaturen, wenn das Kondensationsverfahren angewendet wird. Im Sommer oder in einer wärmeren Gegend trocknen die Wände also schneller (siehe Raumtrocknung, Gebäudetrocknung).

Der Fachmann kann die Trocknungszeit durch den Einsatz zusätzlicher Geräte wie eines Heizlüfters und eines Ventilators beeinflussen (vgl. Wand trocknen mit Heizlüfter). Hier kann unter Umständen eine Beschleunigung von bis zu 30 % erreicht werden. Dennoch müssen Sie mit einer minimalen Trocknungszeit von vier bis sechs Wochen rechnen. Die Trocknungsgeräte laufen in dieser Zeit im Dauerbetrieb, was zu einer starken Lärmbelastung führen kann. Dies sollten Sie in Ihrer Planung für die Dauer der Trocknung berücksichtigen.

Feuchte Wand trocknen nach Wasserschaden | Wände trocknen, Schimmel verhindern (© pfluegler photo / stock.adobe.com)
Feuchte Wand trocknen nach Wasserschaden | Wände trocknen, Schimmel verhindern (© pfluegler photo / stock.adobe.com)

Feuchten Boden trocknen nach Wasserschaden: Estrichtrocknung mit Luftdruckverfahren

Soll statt der Wände der Estrich getrocknet werden, finden Kernbohrtechniken, sowie Luftüberdruck- oder Unterdruckverfahren Anwendung. Die Trocknung des Bodens ist nach einem Wasserschaden in der Regel aufwändiger als die Trocknung der Wände. Bodenbeläge wie Fliesen, Laminat oder Parkett müssen aufgenommen werden, um die darunterliegenden Schichten freizulegen. Zu diesen Schichten gehören der Estrich und die Dämmschicht. Beide müssen vollständig trocknen, um eine spätere Bildung von Schimmel auszuschließen. Siehe auch: Helfen Luftentfeuchter gegen Schimmel?

Die Trocknung selbst ist von ähnlichen Faktoren abhängig wie beim Trocknen einer feuchten Wand: Eine ausreichende Zirkulation der Luft und die richtige Temperatur sind neben der Auswahl geeigneter Trocknungsmethoden entscheidend.

Die Luftzirkulation wird durch eine Kernbohrung sichergestellt. Bei bestimmten Bodenbelägen wie etwa Fliesen kann allein diese Technik zur Trocknung ausreichen. Oft wird die Kernbohrung mit Wärmestrahlern kombiniert. Genügt diese Methode allein nicht, um die vollständige Trocknung des Estrichs und der Dämmschicht zu gewährleisten, wird ein Luftdruckverfahren angeschlossen. Hierbei stehen das Luftüberdruck- und das Luftunterdruckverfahren zur Verfügung.

Luftüberdruck- oder Luftunterdruckverfahren?

Bei der Luftüberdrucktrocknung wird heiße Luft in die Bohrlöcher geblasen, die sich mit Feuchtigkeit anreichert, und dann durch Entlastungsöffnungen an anderer Stelle entweicht. Im Raum angekommen wird die Luft – wie bei der Trocknung einer feuchten Wand – durch Trocknungsgeräte entfeuchtet.

Bei der Luftüberdrucktrocknung kann es passieren, dass gemeinsam mit der feuchten Luft Mikrofasern, Sporen oder Allergene aus der Bodenschicht ausgestoßen werden und die Raumluft kontaminieren. Aus diesem Grund wird das Verfahren meist nicht in bewohnten Räumen verwendet. Moderne Luftentfeuchter sind jedoch auch oft mit einem Luftfilter ausgestattet, der diese Stoffe herausfiltern kann.

Oft empfiehlt sich in Wohnräumen dennoch die Luftunterdrucktrocknung. Bei dieser wird nach der Bohrung die feuchte Luft mithilfe von Vakuumturbinen aus der Dämmschicht gesogen. Durch das entstehende Vakuum kommt es zu einem Austausch der trockenen und feuchten Luft. Im Raum wirken einmal mehr Bautrockner, um den Prozess zu beschleunigen.

Lassen Sie sich im Zweifel von uns einen erfahrenen Sachverständigen vermitteln, der Sie über die Vorteile und Risiken beider Verfahren aufklären und eine Empfehlung für Ihre individuelle Situation aussprechen kann.

Estrichtrocknung nach einem Wasserschaden: Diese Zeit brauchen Sie

Unabhängig von der gewählten Trocknungsmethode variiert die Trocknungsdauer beim Trocknen von Estrich abhängig vom Ausmaß des Wasserschadens stark: Während leichte Schäden innerhalb von zwei bis vier Wochen behoben werden können, benötigt selbst der Fachmann für die Trocknung eines starken Schadens – der unter Umständen sogar die Decke im tiefer gelegenen Stockwerk umfasst – zwischen vier und zwölf Wochen.

Hohlraumtrocknung nach einem Wasserschaden

In Gebäuden finden sich oft Hohlräume wie bei Holzbalkenlagen, Schächten und Trockenbauwänden. Auch diese werden bei einem Wasserschaden in Mitleidenschaft gezogen. Die Nässe stellt insbesondere für Holzbauteile eine große Gefahr dar und kann zu langfristigen Schäden führen, wenn nicht schnell gehandelt wird.

Die Trocknung solcher Hohlräume (siehe Hohlraumtrocknung) verläuft ähnlich wie die Trocknung von Wänden und Böden: Ein Adsorptionstrockner oder Kondensationstrockner wird hier gemeinsam mit einem Seitenkanalverdichter verwendet und drückt Luft in die Hohlräume. Diese entweicht – wie bei der Estrichtrocknung – an anderer Stelle, sobald sie sich mit Feuchtigkeit angereichert hat. Die Luft, die nun wieder als Raumluft vorliegt, wird dann durch den Bautrockner entfeuchtet. Siehe auch: Kellerentfeuchtung, Stockflecken entfernen und Wasserschaden beheben.

Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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