Was sind die häufigsten Brandursachen im Haushalt?

Was sind die häufigsten Brandursachen im Haushalt in Deutschland, laut Statistiken? – Der folgende Artikel erläutert die klassischen Problembereiche und Ursachen.

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Die häufigsten Brandursachen im Haushalt – wann brennt es?

Haushaltsbrände bzw. Wohnungsbrände stellen eine enorme Belastung für Betroffene dar. Ein Brandschaden im Haushalt geht mit finanziellen Sorgen und psychischen Schrecken, ggf. auch physischen Verletzungen oder gar dem Tod, einher. Deswegen lohnt es sich, die Ursachen zu kennen. Was sind die häufigsten Brandursachen in Deutschland? Darauf geht der vorliegende Artikel ein.

Häufigste Brandursachen im Haus – so entsteht der Gebäudebrand!

Für die Brandentstehung kommen verschiedene Gründe infrage. Sowohl eigenes Fehlverhalten als auch Brandstiftung, aber noch häufiger die Elektrizität sind bei der Entstehung eines Hausbrandes entscheidend. Was bedeutet das?

Es lassen sich grundsätzlich allerlei Brände im Gebäude verhindern, wenn einige Maßnahmen zur Prävention beachtet werden. Die nachstehenden Abschnitte informieren über die Details.

Elektrizität gehört mit zu den Problemquellen, wenn es um häufige Brandursachen geht. Defekte Kabel, technische Defekte, überlastete Mehrfachsteckdosen... (© serikbaib / stock.adobe.com)
Elektrizität gehört mit zu den Problemquellen, wenn es um häufige Brandursachen geht. Defekte Kabel, technische Defekte, überlastete Mehrfachsteckdosen… (© serikbaib / stock.adobe.com)

Brandursache Nr. 1 – Elektrizität

Bei der Ursachensuche von Haushaltsbränden gehört der Blick auf die Elektrizität und technischen Ursachen dazu. Denn die Statistik zeigt für Deutschland, dass elektrische Geräte zu einem immens großen Anteil zu Wohnungsbränden beitragen. Aber welche Elektrogeräte brennen am häufigsten?

Beim Blick auf die technischen Brandursachen zählen hauptsächlich die elektronischen Elemente sowie die Kabel. In Privatwohnungen finden sich normalerweise immer Großgeräte, wie Kühlschränke, Waschmaschinen und dergleichen. Da praktisch jedes dritte Feuer in einer Wohnung auf solche elektrischen Brandherde zurückgeht, sollte dieser Bereich besonders betrachtet werden (vgl. auch Brand durch Elektrogeräte, Brand durch technische Defekte).

Oft sorgen Kurzschlüsse, Überhitzung oder ein falscher Anschluss bei solchen Haushaltsgroßgeräten für einen Hausbrand. Defekte Kabel und überlastete Leitungen können sowohl Schwelbrände als auch offenes Feuer fördern. Ein Bügeleisen, das „vergessen“ worden ist, kann ebenso einen Brand verursachen wie eine Duftkerze, ein Teelicht, glühende Zigaretten oder ein Kühlschrank.

Um solche Brandquellen zu vermeiden, ist es ratsam, die ungenutzten Elektrogeräte, wenn es geht, vom Stromnetz zu lösen. Das heißt, das Steckerziehen verhindert für gewöhnlich am effizientesten einen Wohnungsbrand. Der Stand-by-Modus behält immer noch eine elektrische Spannung am Gerät bei. Daher besteht hierbei ein erhöhtes Risiko für einen Brand. Besonders riskant ist ein Kabelbrand innerhalb der Wand, wenn er erst spät entdeckt wird. Siehe außerdem: Akku-Brand, eBike Akkubrand Versicherung.

Brandursache Nr. 2 – Fehlverhalten

Menschliches Fehlverhalten gilt als zweiter Hauptverursacher von einem Brand im Haus. Hierbei handelt es sich oft um Unachtsamkeit, aber ebenso um veraltete Geräte und entsprechend um technische Ursachen. Grundsätzlich fällt auch ein Küchenbrand in diesen Ursachenbereich.

Beim Kochen an einer Kochplatte, einem Backofen oder dem Herd können viele Fehler passieren. Diese verursachen schlimmstenfalls mehr Schäden, als ein verbranntes Mittagessen. Das vergessene Essen auf dem Ofen stellen die häufigsten Brandursachen in der Küche dar. Das gilt auch für die Herdplatte, die nicht ausgeschaltet wurde.

Zusätzlich sorgen regelmäßig Kerzen für einen Gebäudebrand (siehe Brand durch Kerze). Auch das Herunterfallen einer Zigarette (bspw. im Bett oder auf dem Sofa) kann Brände in der Wohnung herbeiführen (siehe Brand durch Zigarette, Hochhaus Brand).

Nr. 3 – Brandstiftung

Unter den Top-3 der häufigsten Brandursachen schließt sich ebenfalls das Thema der Brandstiftung an. Pyromanen, die ihre Finger nicht von Zündquellen lassen, sorgen immer wieder für Brände in Kellerräumen oder unter dem Dach (vgl. grob fahrlässige Brandstiftung). Kinder ebenso wie Erwachsene, die mit Streichhölzern, Zigaretten oder Feuerzeugen spielen und sich der Verantwortung bzw. des Risikos nicht bewusst sind, stellen ebenfalls eine Quelle für mögliche Wohnungsbrände dar.

Die angemessene und sorgfältige Brandursachenermittlung ist bei vermuteter oder wahrscheinlicher Brandstiftung essenziell. Dadurch können Verursachende ermittelt und ggf. juristisch zur Verantwortung gezogen werden. Wir können Ihnen bei Bedarf Gutachter (Brandursachenermittler) vermitteln, die mehr über die Brandursachen nach einem Brandschaden herausfinden.

Nr. 4 – Überhitzung

Nicht nur das menschliche Fehlverhalten sorgt neben der Brandstiftung und Elektrizität für Hausbrände. Auch die Überhitzung, die sich für gewöhnlich durch eine Überlastung ergibt, stellt eine häufige Ursache dar. Hierbei kommen oft Mehrfachsteckdosen zum Tragen. Denn sie überhitzen im Brandfall aus zweierlei Gründen:

  • Es sind Produktionsmängel denkbar. Dabei lohnt es sich beim Kauf, auf entsprechende Gütesiegel zu achten.
  • Es sind Anwendungsfehler möglich. In diesem Fall verwenden viele Menschen mehrere Mehrfachsteckdosen hintereinander.

Das Verbinden der Steckerleisten kann zu einer Überlast führen, wenn die maximale Gesamtbelastung (in Watt) nicht beachtet wird. Solche Belastungsgrenzen sind wesentlich, um Kurzschlüsse in den Leitungen zu vermeiden. Speziell die Verlängerungskabel können entweder einen Schwelbrand oder ein offenes Feuer verursachen. Eindringender Staub oder Feuchtigkeit begünstigen innerhalb der Mehrfachsteckdosen außerdem Kurzschlüsse und Brände. Eine trockene und saubere Umgebung verringert dieses Risiko.

Nr. 5 – Arbeiten am und mit Feuer

Zusätzlich zum privaten Rahmen verursachen gelegentlich auch Betriebe Brände. Das betrifft hauptsächlich jene Firmen, die mit Feuer oder an einem offenen Brandherd arbeiten. Dementsprechend zählen Tätigkeiten, wie das Löten, Schweißen oder Trennschleifen zu den sog. „feuergefährlichen Jobs“.

Bei der Ausübung dieser Aufgaben können Funken fliegen und dadurch ein Feuer verursachen. Hier ist es wichtig, entsprechende Sicherheitsmaßnahmen angemessen einzuhalten. Im Ernstfall kann es für Betriebe sonst teuer werden. Sollte bei Ihnen ein Schadensfall vorliegen, vermitteln wir gerne passende Sachverständige oder kompetente Handwerker für eine Sanierung.

 

Brandursachen Statistik | Infografik: Die häufigsten Brandursachen in Deutschland | Statista
Brandursachen Statistik | Die häufigsten Brandursachen in Deutschland | Infografik von Statista

Weitere Gründe für Brände im Haus und Haushalt laut Brandursachenstatistik

Tatsächlich ist ein Blitzschlag in Deutschland selten für einen Gebäudebrand verantwortlich. Blitzableiter verhindern üblicherweise schwere Schäden. Generell gehen laut Statistik weniger als 1 Prozent der Feuerschäden im Land auf einen Blitzeinschlag als Zündquelle zurück. Explosionen und ähnliche Brandereignisse fallen ebenso geringfügig ins Gewicht der Statistik. Daher stellt sich vorwiegend die Frage, wie sich Brände verhindern lassen. Wie findet die Feuerwehr die Brandursache heraus und welche Schadstoffe können entstehen?

Brandursachenermittlung und Brandreinigung

Die Feuerwehr ist ein wesentliches Element, um herauszufinden, wie und warum es gebrannt hat. Da es sich in erster Linie um eine forensische Untersuchung handelt, ist längst nicht jeder dafür ausgebildet. Normalerweise fällt die Erforschung der Ursachen zuerst in das Aufgabengebiet der jeweiligen Staatsanwaltschaft. Erst, wenn sie gemeinsam mit der zuständigen Kriminalpolizei eine Brandstiftung ausschließen kann, geht es weiter.

Dann lassen sich die Brandschäden gutachterlich behandeln (z. B. für die Gebäudebrandversicherung), bevor es zur Brandschadenreinigung (Brandreinigung) kommt. Eine solche Reinigung kann bspw. helfen, die Asche und den Ruß zu beseitigen (siehe: Rußentfernung von Wänden). Auch der Brandgeruch lässt sich im Rahmen einer wirksamen Brandschadenreinigung entfernen. Wir unterstützen Sie gerne bei der Vermittlung von geeigneten Sachverständigen und Sanierungsprofis.

Die Suche nach dem Brandhergang und die Rekonstruktion des Brandereignisses bedarf generell einiger Hintergrundkenntnisse. Ist der Brandherd schließlich identifiziert (z. B. eine umgefallene Kerze), sind die weiteren Zündquellen zu bestimmen. Das führt unweigerlich zu etwaigen Schadstoffen, die durch den Verbrennungsvorgang freigesetzt wurden. Hierbei handelt es sich oft um chemische Verbindungen, verbrannte Kunststoffe bis hin zu toxischen Rückständen durch geschmolzene Materialien. Grundsätzlich gehört ein Brandschaden in die gutachterlichen Hände einer Gebäudeversicherung. Sie unterstützt Betroffene ggf. bei den Kosten.

Feuerschaden in Wohnung oder Betrieb – was tun, wenn’s brennt?

Brände effektiv zu verhindern, gehört zu den wesentlichen Zielen der Feuerwehren. Eine Nutzung von Rauchmeldern in sämtlichen Räumen (außer in Küche oder Badezimmer) leistet deshalb einen wichtigen Beitrag zur Brandbekämpfung. Nicht immer ist ein Brandgeruch festzustellen. Bricht ein Feuer mitten in der Nacht aus, kann ein Rauchmelder daher effektiv Leben retten.

Zusätzlich kann sich die Anschaffung von speziellen Löschdecken und Feuerlöschern lohnen. Außerdem ist von jedem Einzelnen Achtsamkeit gefordert im Umgang mit potentiellen Brandherden. Damit sind vorrangig die Folgenden gemeint:

  • Streichhölzer und Feuerzeuge möglichst risikofrei aufbewahren; unerreichbar für Kinder lagern
  • Kerzen nicht unbeaufsichtigt abbrennen lassen und gefahrlos aufstellen
  • Zigaretten nicht in Betten rauchen, bei Müdigkeit besser verzichten
  • beim Kochen den Herd im Auge behalten, nicht unbeobachtet zurücklassen
  • Mehrfachsteckdosen sicher verwenden, d. h. nicht mehrere hintereinander stecken

Tritt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Brandfall auf, ist die Feuerwehr zu informieren. Sie ist die erste Anlaufstelle, um akute Brände und offenes Feuer zu löschen. Damit es nicht soweit kommt, ist die Prävention grundsätzlich wichtig.

Fazit: Deutschlands häufigste Brandursachen

Die häufigsten Brandursachen im Haushalt kommen vorrangig durch Unachtsamkeit, Anwendungsfehler, Brandstiftung oder Überhitzung zustande. Der Hauptgrund für einen Gebäudebrand lässt sich jedoch in technischen Ursachen finden, so die Statistik. Kaputte Kabel, veraltete Leitungen oder Elektrogeräte tragen den größten Teil dazu bei, dass Feuer in Wohnungen entstehen können.

Wer auf Brandprävention vertraut, sich um Rauchmelder kümmert und ggf. weitere Maßnahmen ergreift, kann die Gefahr eines Feuers im Haushalt verringern. Gutachter oder Sachverständige können die Schäden begutachten, wenn es bereits zu einem Brandereignis im Haus gekommen ist. Wir vermitteln bei Bedarf passende Ansprechpartner oder Dienstleister.

Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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