Hohlraumtrocknung nach Wasserschaden | Funktionsweise, Dauer, Kosten, Firmen

Als Folge eines Rohrbruchs oder von Undichtigkeiten am Hausdach entsteht vielfach eine erhebliche Durchfeuchtung des Gebäudes. Bei andauernden Wasserschäden läuft das Wasser in manchen Fällen sogar durch die Rohrleitungsschächte und Trockenbauwände bis in den Keller. Die Bauelemente müssen dann unbedingt getrocknet werden, anderenfalls korrodieren die Rohre und die Dämmstoffe verrotten. Zusätzlich bilden die feuchten Stellen einen hervorragenden Nährboden für Schimmelbildungen aller Art. Eine besondere Herausforderung bei Wasserschadensanierungen stellt dabei die Hohlraumtrocknung dar. Hier braucht es Spezialisten, die wissen, was wie zu tun ist.

Gut für Sie: Die Deutsche Schadenshilfe ist spezialisiert auf die Sanierung von Wasserschäden und deren Folgen. In unserem Experten-Netzwerk haben wir Sachverständige (Gutachter), Fachanwälte für Versicherungsrecht sowie kompetente Wasserschadensanierungsprofis, die Sie bei Bedarf unterstützen. – Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Wie funktioniert die Hohlraumtrocknung nach einem Wasserschaden?

Um Spätfolgen zu vermeiden und die betroffenen Bereiche wieder in den vorherigen Zustand zu versetzen (vgl. auch: Wasserschaden sanieren), kennt der Fachmann bei der Hohlraumtrocknung im wesentlichen drei Verfahren.

Das Saugverfahren

Das am meisten angewendete Verfahren zum Trocknen von Hohlräumen und Dämmschichten ist das Saugverfahren, auch Unterdruckverfahren genannt. Der Handwerker öffnet zunächst die vorhandenen Dehnfugen oder lässt die Raumluft durch Bohrungen in den durchfeuchteten Bereich einströmen. Aus einer Dämmschicht saugt er die Luft ab und leitet sie durch ein Filtersystem oder direkt nach draußen. Der Vorteil dieses Verfahrens ist die einfache Installation. Außerdem besteht nur eine geringe Gefahr von Kontaminationen der Raumluft durch Keime.

Als nachteilig wird bei dieser Form der Bautrocknung das Anbringen der Bohrungen angesehen. In eine Trockenbauwand oder den Estrich muss alle fünf Quadratmeter ein Zugang in die Hohlräume erfolgen, um die Maßnahmen sinnvoll und effektiv durchzuführen. Im durchnässten Material erzeugt der Techniker einen Unterdruck, sodass zum Beispiel der Estrich an die Dämmung gerät, was ein optimales Zirkulieren der Luft verhindert. Ähnliches gilt auch für Segmente oder Schichten einer Trockenbauwand, die durch den Unterdruck zusammengepresst werden, was eine Trocknung an diesen Stellen unmöglich macht.

Durch die genannten Entlastungsöffnungen saugt man die Raumluft ein. Deren Temperaturen sind jedoch selten höher als 25 oder 30 Grad Celsius. Deshalb steht nur eine verminderte Aufnahmekapazität für die Feuchtigkeit zur Verfügung, was für eine effiziente Dämmschichttrocknung meist nicht ausreicht.

Hohlraumtrocknung nach Wasserschaden (© Juefrateam / stock.adobe.com)
Hohlraumtrocknung nach Wasserschaden (© Juefrateam / stock.adobe.com)

Das Überdruckverfahren

Mittels Überdruck, erzeugt von Verdichtungsaggregaten, dringt bei dieser Trocknungsmethode Luft in die betroffenen Bereiche ein. Sie entweicht durch geöffnete Dehnfugen oder Bohrungen. Auch dieses Verfahren ist in der Ausführung sehr einfach. Außerdem gilt es als schnell und effizient, denn die Luft kann optimal zirkulieren, was die Trocknung beschleunigt. Ein Luftpolster bildet sich zwischen Dämmung und Estrich. Die zugeführte Luft mit Temperaturen zwischen 55 und 60 Grad Celsius verfügt über eine außerordentlich hohe Aufnahmekapazität.

Einige Betriebe ergänzen die Zuluft mit Desinfektionsmitteln. Das Vorgehen ist zerstörungsarm, denn auf etwa 25 Quadratmeter erfolgt nur eine einzige Bohrung. Einziger Nachteil ist das unkontrollierte Austreten von Luft am Randstreifen. Liegt bereits eine Belastung durch Keime vor, können sich diese in der Umgebungsluft verteilen.

Das Schiebe-Zug-Verfahren

Diese Methode der Dämmschichttrocknung kombiniert die Vorteile des Überdruckverfahrens mit der Verlässlichkeit des Saugverfahrens. Mit einem Überdruckaggregat wird warme, trockene Luft in den feuchten Bereich eingeflutet und an der Raumseite, die gegenüber liegt, wieder angesaugt. Ein HEPA-Filter reinigt die Ablauft, bevor sie wieder in die Umgebung entlassen oder nach außen geführt wird.

Die Bautrocknung nach einem Wasserschaden erfolgt bei dieser Methode ohne Beschädigungen des Materials über Randfugen- oder Schlitzdüsen. Auch bei diesem Verfahren nutzt man vorgewärmte Luft mit Temperaturen wie bei der vorherigen Methode, die sehr viel Feuchtigkeit aufnimmt. Das Anreichern der Zuluft mit Desinfektionsmitteln ist hier ebenfalls möglich, um die Keimbelastungen zu reduzieren. Ein luftdichtes Klebeband versiegelt den Randstreifen der Dämmschicht dauerhaft und elastisch. Diese Maßnahme verhindert das Austreten von Mykotoxinen und Sporen nach einer erfolgten Trocknung.

Der Aufbau der Geräte (vgl. auch Bautrocknungsgeräte) ist allerdings etwas komplizierter als bei den anderen Trocknungen (vgl. Wandtrocknung). Der beauftragte Betrieb braucht zwei Verdichtungsaggregate und geschultes Personal, das mit den Besonderheiten des Verfahrens vertraut ist. Das Ganze dauert außerdem etwas länger, das Eindichten der Schlitzdüsen ist ein akribischer Vorgang, ebenso das Abdichten des Randstreifens.

Wie lange dauert die Maßnahme?

Für den Trocknungsvorgang eine genaue Dauer anzugeben ist äußerst schwierig bis unmöglich. Zu unterschiedlich sind die Schäden, die eindringendes Wasser verursacht, dessen Menge einen wesentlichen Faktor für die Dauer der Arbeiten ausmacht. Auch der vorherige Zustand der Baukonstruktionen spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Der Fachmann verfügt über die nötige Erfahrung, um vor Ort zu erfassen, welche Schritte bei der anstehenden Hohlraumtrocknung erforderlich sind und welche Zeit sie in Anspruch nehmen. Fest steht allerdings, dass eine Bautrocknung (Raumtrocknung) ohne die entsprechenden Gerätschaften Woche und Monate dauern kann. Der Einsatz eines Bautrockners ist unbedingt zu empfehlen, dann kann die Aktion innerhalb von wenigen Tagen zum gewünschten Ergebnis führen. Siehe auch: Bautrockner mieten oder kaufen?

Hohlraumtrocknung: Welche Kosten sind zu erwarten?

Für die Kosten gilt im wesentlichen das zuvor gesagte. Die Arbeitskosten richten sich ebenfalls nach dem Umfang der Durchfeuchtungen und nach der Dauer der Trocknung. Verschiedene Trocknungsgeräte bzw. Bautrockner kommen zum Einsatz, die unterschiedlich bewertet werden und je nach Art des Schadens sinnvoll oder weniger zu empfehlen sind. Der ausführende Mitarbeiter der Trocknungsfirma kann jedoch nach einer ersten Schadensanalyse einen ersten Kostenvoranschlag erstellen.

Hohlraumtrocknung, Entfeuchtung, Trocknungstechnik: Die Trocknung von Hohlräumen stellt bei der Wasserschadensanierung eine besondere Herausforderung dar. (© Juefrateam / stock.adobe.com)
Hohlraumtrocknung, Entfeuchtung, Trocknungstechnik: Die Trocknung von Hohlräumen stellt bei der Wasserschadensanierung eine besondere Herausforderung dar. (© Juefrateam / stock.adobe.com)

Kondensations- oder Adsorptionstrockner?

Die Trocknungsgeräte unterteilen sich in zwei unterschiedlich Kategorien. Der klassische Bautrockner arbeitet wie der allseits bekannte Trockner im Badezimmer. Er nutzt als Basis für die Luftentfeuchtung die Tauwasserbildung. Der Wasseranteil lagert sich auf der kalten Oberfläche im Inneren des Geräts ab, wo Rippen oder Lamellen diesen Vorgang unterstützen. Sie werden andauernd kühl gehalten, um die Entfeuchtung nicht zu unterbrechen. Außerdem gelangt die feuchte Raumluft mit Hilfe eines Ventilators über einen speziellen Wärmeüberträger. Kommt das Wasser mit den kühlen Flächen in Berührung, kondensiert es in einen separaten Behälter oder wird über einen Schlauch unmittelbar ins Freie geleitet. Die nunmehr getrocknete Luft gibt der Bautrockner wieder zurück in den Raum (siehe unter anderem auch: Kellerentfeuchtung und Wände nach Wasserschaden trocknen).

Der Adsorptionstrockner (aus dem Lateinischen für „(an)saugen“) gehört zu den anspruchsvolleren Trocknungsgeräten. Er nutzt als Trockenmittel meist ein Silikat-Gel in einem Adsorptionskörper, das der Umgebungsluft die Feuchtigkeit entzieht. Bei einer teuren Ausführung ist das hygroskopische Mittel sogar wieder verwendbar. Die gespeicherte Feuchtigkeit wird anschließend in Gegenrichtung von heißer Luft durchströmt, die den gebundenen Wasserdampf aufnimmt und nach außen befördert.

Welche Versicherung ist zuständig?

Die Versicherung geht von einem klassischen Wasserschaden aus, wenn sich Wasser „bestimmungswidrig“ ausbreitet (bestimmungswidriger Austritt) und anschließend ein Schaden entsteht. Weil wir es bei durchfeuchteten Wänden und Dämmschichten mit Gebäudeteilen zu tun haben, ist die Wohngebäudeversicherung der richtige Ansprechpartner (vgl. Wohngebäudeversicherung Wasserschaden). Bei einem Rohrbruch im eigenen Haus hat der Eigentümer hoffentlich einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen, anderenfalls bleibt er auf den Kosten für die Sanierung sitzen.

Sind die Wasserschäden entstanden, weil der saumselige Nachbar seine Installationen nicht instand hält, Wasser austritt und Schäden am Eigentum seines Nachbarn verursacht, sollte er eine Privathaftpflicht abgeschlossen haben. In der Folgezeit hat er sich mit dem Sachbearbeiter seines Versicherers auseinanderzusetzen, der ihm unter Umständen Fahrlässigkeit unterstellt. Nach dem neuen Versicherungsrecht gibt es für ein schuldhaftes Verhalten verschiedene Stufen, die eine Bewertung zwar schematisieren, aber nicht unbedingt klar definiert erscheinen. Es beginnt mit der minderen, es folgen die grobe Fahrlässigkeit, der Vorsatz und die pure Absicht des Handelns. Auch das rechtliche Konzept der Obliegenheitsverletzungen spielt oft eine Reihe, wenn es Ärger mit der Versicherung gibt.

Sicherlich sind diese Kategorisierungen differenzierter als die älteren Einteilungen. Dennoch bleibt die Bewertung der ursächlichen Vorgänge dem Sachbearbeiter überlassen, und ein Rechtsstreit wird in vielen Fällen nicht zu vermeiden sein. Denn ob eine Fahrlässigkeit von 100 oder 50 oder nur 10 Prozent vorliegt – so die aktuellen Bestimmungen – hängt immer noch zunächst von der Auffassung der Versicherung ab. Mit oft schmerzhaften Einschränkungen bei der Kostenübernahme. Da hilft als Geschädigter in der Regel nur, einen Anwalt einzuschalten.

Der versammelte Sachverstand: Nutzen Sie Experten aus dem Netzwerk der Deutschen Schadenshilfe!

Die obigen Ausführungen zeigen, warum die Beratung und Unterstützung durch Experten so wichtig ist. Denn ein Wasserschaden führt zu beträchtlichen Schäden am Gebäude und der Einrichtung und belastet das Budget des Hausherrn oft erheblich.

Der Streit mit der Versicherung über die Kostenübernahme lässt sich oft nicht vermeiden. Dann benennt das Gericht meist einen Gutachter, dem der Betroffene einen eigenen Sachverständigen entgegenstellen sollte. Die Deutsche Schadenshilfe steht Ihnen für weitere Fragen gern zur Verfügung.

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Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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