Rußschäden nach Brand beseitigen

Handelt es sich um einen versicherten Brandschaden-Fall, dann übernehmen Versicherungen in der Regel auch umfangreich die Kosten für die Entfernung von Rauch- und Rußschäden. Doch oft gibt es auch Streit, und die Brandreinigung ist keine triviale Arbeit. Brandrückstände sind zum Teil sehr gesundheitsschädlich, und die Rußentfernung will gelernt und mit den richtigen Gerätschaften umgesetzt sein.

Dieser Artikel beschreibt die Hintergründe. Und gut zu wissen: Die Deutsche Schadenshilfe ist für Sie da, wenn es um die Beseitigung und Versicherungsregulierung von Brandschäden geht. Nutzen Sie unser Experten-Netzwerk, bestehend aus:

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Wohnungsbrände können unterschiedliche Gründe haben. Hierzulande sind vor allem Überhitzung, elektrische und technische Defekte oder auch schlichtweg menschliches Versagen dafür verantwortlich. Wenn es zu einem solchen Brand kommt, ist es in erster Linie wichtig, sich selbst und seine Familie in Sicherheit zu bringen. Tatsache ist jedoch, dass Elektrizität die häufigste Ursache für Brände darstellt (vgl. Brand durch Elektrogeräte). Entstehen kann dieser zum Beispiel durch defekte Kabel an Elektrogeräten oder durch Kabelbrand, durch Verpuffungen oder aufgrund überlasteter Mehrfachsteckdosen. Ebenfalls stellt menschliches Fehlverhalten eine typische Ursache für Wohnungsbrände dar – Kerzen, die nicht beaufsichtigt werden, glimmende Zigarettenstummel oder auch Fettbrände in der Pfanne können schnell zu einem Feuer werden.

Rußschäden nach einem Brand – die Folgen eines Feuers

Sobald das Feuer in einer Wohnung oder einem Haus beseitigt ist, zeigt sich oft erst das gesamte Ausmaß des Schadens. Rußschäden in der Wohnung können sich sowohl an schwarz gefärbten Wänden als auch an Möbelstücken zeigen. Darüber hinaus zirkulieren die Rußpartikel oft noch lange durch die Raumluft und sind äußerst giftig für unsere Atemwege. Deshalb sollte man sich vor Rußschäden in geschlossenen Räumen in Acht nehmen und warten, bis die Feuerwehr das Gebäude wieder freigibt.

Richtiges Verhalten nach einem Brandschaden schließt dabei auch ein, das Gebäude so lange nicht zu betreten, bis die gesundheitliche Unbedenklichkeit gegeben ist (vgl. Brand: Gesundheitsgefährdung). Sich länger darin aufzuhalten, ehe das Haus wieder freigegeben wurde, ist in jedem Fall nicht zu empfehlen. Denn nach einem gelöschten Brand zirkulieren nicht nur Rußpartikel, sondern auch Dämpfe und Gase in der Luft. Deshalb gilt es unbedingt zu berücksichtigen, diese Stoffe in keinem Fall einzuatmen.

Falls erforderlich, müssen Mieter den Vermieter oder Eigentümer über den Brand informieren, so dass dieser sich mit der zuständigen Wohngebäudeversicherung in Verbindung setzen kann (Brand melden). In jedem Fall sollte man das Gebäude so schnell wie möglich verlassen und maximal wichtige Dokumente mitgenommen werden. So wird vermieden, dass sich der Ruß noch weiter ausbreitet. Im Anschluss muss die Wohnung umfassend nach dem Brandschaden gereinigt werden (Brandschadenreinigung).

Danach geht es darum, die Hausratversicherung zu informieren, die entweder einen Gutachter entsendet (Brandgutachter), um sich die Schäden vor Ort anzusehen oder entsprechende Nachweise in Form von Fotos und Videos fordert. Wichtig: Erst nachdem die Feuerwehr oder die Polizei die Brandstelle wieder freigegeben hat, kann man sich nach einer professionellen Brandschadensanierung umsehen, welche den Schaden saniert, die Räume gründlich reinigt und natürlich auch den Ruß beseitigt (Brandsanierung Hamburg, Brandsanierung Berlin, Brandschadensanierung München).

Ruß in einer Wohnung beseitigen: Wie geht man am besten vor?

Wichtig ist zu wissen, dass die Entfernung von Rußschäden infolge eines Brandes mit einem nicht zu unterschätzenden Gesundheitsrisiko einhergeht (vgl. Ruß nach Brand entfernen). Der Grund dafür ist, dass in Ruß zahlreiche Stoffe enthalten sind, welche unsere Gesundheit gefährden. In keinem Fall sollte der Ruß mit einem Besen, einem Handfeger oder mit dem Staubsauger trocken beseitigt werden – hier besteht das Risiko einer unnötigen Aufwirbelung, bei der man die krebserregenden Stoffe einatmen kann. Ruß kann bis in den Putz hinein eindringen, weswegen er sich auch nicht so einfach mit Wasser und entsprechenden Reinigungsmitteln beseitigen lässt.

Nachdem ein Brand vollständig gelöscht worden ist, muss die ganze Wohnung oder auch das Haus erst einmal ausreichend gelüftet werden, damit frische Luft in die Räumlichkeiten gelangen kann. Am einfachsten lässt sich dies erreichen, in dem sämtliche Fenster und Türen geöffnet werden. Dies gilt natürlich auch für Bereiche, in denen das Feuer nicht gewütet hat – auch hier können sich giftige Gase und Ruß ausgebreitet haben (vgl. auch Schadstoffmessung nach Bränden, Schadstoffgutachten).

Bei der Säuberung der Räume ist es erforderlich, alle Wände, Decken und Objekte im Raum mit einem speziellen Reinigungssauger zu bearbeiten. Dieser verfügt über einen siebenfachen Filter, der für maximale Gründlichkeit sorgt. Wichtig ist, dass der Saugvorgang zwei oder drei Mal wiederholt wird und der Raum nach jedem Durchgang für eine Stunde verlassen wird. Dies liegt am aufgewirbelten Staub, der gemeinsam mit Ruß aufgewirbelt wird und sich erst erneut absetzen muss.

Sobald dieser Schritt abgeschlossen ist, sollten die Oberflächen noch zusätzlich mit einem antistatischen Tuch abgewischt werden. Hierbei muss der Raum ebenfalls für eine Stunde verlassen werden, ehe man ihn erneut betreten darf. Zu guter Letzt werden alle wasserfesten Objekte mit einem nebelfeuchten Tuch gesäubert, so dass wirklich keine Partikel übrig bleiben.

Warum Rußschäden immer von Profis beseitigt werden sollten

Brandrückstände und Brandgeruch zu beseitigen ist eine Aufgabe, die am besten Experten überlassen wird. Natürlich lassen sich die Aufräumarbeiten auch selbst durchführen, allerdings sollte man sich als Bewohner nicht unnötig einem Gesundheitsrisiko aussetzen und sich lieber direkt an eine Fachfirma wenden, wenn es um eine Brandreinigung geht. Denn diese verwendet spezielle Maschinen zur Reinigung, welche mit einer umweltschonenden Vakuummethode arbeiten. Auf diese Weise lässt sich Ruß entfernen, ohne dass Chemie oder Wasser erforderlich sind – und nach dem Absaugen bleiben keine Rückstände übrig. Im Anschluss wird dann eine umweltgerechte und unkomplizierte Entsorgung durchgeführt (siehe Brand Entsorgungsfirma). Und: Kommen diese speziellen Reinigungsgeräte zum Einsatz, müssen bei der Reinigung auch keine Atemschutzmasken oder Schutzanzüge getragen werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass viele dieser besonderen Reinigungsmaschinen sehr effektiv arbeiten. Sie verfügen über eine aus Edelstahl bestehende Haube, die auf die verschmutzte Fläche gesetzt wird. Nun bewegt man diese gleichmäßig über die Oberfläche, so dass genau beobachtet werden kann, wie der Ruß abgesaugt wird.

Brandwohnung reinigen: So lange dauert es, Schäden durch Ruß zu beseitigen

Weil Brände zu mehr oder weniger starken Schäden führen können, lässt sich nur schwer pauschalisieren, wie lange die Reinigung im Anschluss in Anspruch nehmen wird. Je schwerer ein Brandschaden ist, desto länger dauert es natürlich, eine entsprechende Reinigung durchzuführen. Besonders wichtig ist auch die Frage, wie viel Löschwasser- und Rußschäden es vor Ort gibt. Es macht durchaus einen Unterschied, ob nur ein kleiner Bereich im Haus oder nahezu alle Zimmer betroffen sind.

Kann ein Feuer nahezu direkt nach seinem Ausbruch wieder gelöscht werden, so hält sich die Rußbildung in der Regel in Grenzen. Anders sieht es natürlich aus, wenn es sich um einen Großbrand handelt. Nach dem Durchführen der Reinigungsarbeiten und der Schadensaufnahme durch einen Gutachter muss ein Gebäude mit seinen Löschwasserschäden oft für mehrere Tage bis Wochen mit einem professionellen Bautrockner getrocknet werden. So kann eine umfassende Brandschadensanierung durchaus auch mehrere Wochen in Anspruch nehmen – in schweren Fällen sogar Monate. Es hängt also stets davon ab, wie groß die beschädigte Fläche ist.

Rauch- und Rußschäden nach Brand | Wie ist vorzugehen? Welche Versicherung übernimmt welche Kosten? (© Cozyta / stock.adobe.com)
Rauch- und Rußschäden nach Brand | Wie ist vorzugehen? Welche Versicherung übernimmt welche Kosten? (© Cozyta / stock.adobe.com)

Hausratversicherung oder Gebäudeversicherung für die Brandreinigung? Diese Kosten trägt der Versicherer nach einem Brand für Schäden durch Ruß

Egal, ob Küchenbrand, Kabelbrand oder eine andere Brandart – sowohl die Hausratversicherung als auch die Gebäudeversicherung können für die Regulierung nach einem Brandschaden zuständig sein. Wer eine Hausratversicherung abgeschlossen hat – welche eigentlich für jeden Mieter von großer Bedeutung ist – kann sich mit dieser in Verbindung setzen, um beschädigte Gegenstände im Haus, welche vom Brand zerstört wurden, ersetzen zu lassen. Eine Hausratversicherung trägt alle Kosten an beweglichen Objekten, wie beispielsweise dem Mobiliar, an Textilien, Elektrogeräten oder der Kücheneinrichtung. Der Eigentümer erhält somit die Wiederbeschaffungskosten oder von vergleichbaren Gegenständen zum Neuwert oder aber es wird die Reparatur übernommen. Dies muss stets individuell mit der Versicherungsgesellschaft geklärt werden.

Normalerweise trägt die Versicherung auch die Kosten, welche für eine Brandreinigung zustande kommen. Ist in der Gebäudeversicherung eine spezielle Feuerversicherung mit inbegriffen, so trägt diese alle Kosten für Schäden, welche durch einen Brand, durch Blitzschlag oder auch durch eine Explosion von elektrischen Geräten zustande kommen.

Übrigens: Auch dann, wenn die Versicherung fremde (!) Brandstiftung vermutet, trägt sie die Kosten nach einem Brand und übernimmt auch alle finanziellen Belastungen des Versicherten. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt Ausgaben für Schäden, welche durch Löschwasser, den Feuerwehreinsatz oder Ruß entstehen und trägt, falls nötig, auch Hotelkosten sowie Ausgaben für alle anfallenden Aufräumarbeiten sowie für die Rußentfernung. Doch Vorsicht: Ist der Brand durch grobe Fahrlässigkeit des Versicherten entstanden, werden in der Regel keine Kosten von der Versicherung übernommen. – In Streitfällen lohnt es sich jedoch, einen Fachanwalt einzuschalten.

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Jens Hoffmann
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