Wasserschaden durch defekte Heizung – Wer zahlt? Welche Versicherung?

Wasserschäden durch eine defekte Heizung bzw. Heizungsrohre kommen gar nicht so selten vor. Und immer gilt es dann zu klären, welche Versicherung was übernimmt. Wer ist schuld, wer zahlt was und wann?

Die Deutsche Schadenshilfe unterstützt bei der Schadensregulierung von Wasserschäden. Nutzen Sie unser Experten-Netzwerk aus Gutachtern (Sachverständigen), Sanierungsprofis für die Wasserschadensanierung sowie Fachanwälten für Versicherungsrecht. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass der Schaden schnell beseitigt wird und Ihre Ansprüche gegenüber Verantwortlichen und Versicherern erfolgreich durchgesetzt werden.

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Wasserschaden durch Heizung?

Bei Wasserschäden in einem Gebäude denkt man schnell an einen Rohrbruch der Hauptwasserleitung. Dabei sind es gerade die wasserführenden Leitungen zu den Abnehmern, die Sorgen bereiten. Das Heizungssystem des Hauses ist ein Wasserkreislauf. Ist die Heizung undicht, kommt es zu einem Wasserschaden. Die Wasserleitungen der Heizungsanlage sind nicht immer sichtbar. Eine Verkleidung, die das Gebäudeinnere optisch aufwertet, kann im Schadensfall nachteilig sein. Bleibt eine defekte Heizung unbemerkt, kommt es zu Feuchteschäden, wie z. B. Rissen im Baukörper oder sogar Schimmel.

Das Leitungssystem der Heizung verursacht oft Wasserschäden in Gebäuden. Es drohen hohe Schadenkosten durch Trocknung und Sanierung. Aber sind Wasserschäden durch eine defekte Heizung überhaupt versichert? Welche Versicherung kommt für die Kosten auf?

Wasserschaden durch Heizung wer zahlt (© franconiaphoto / stock.adobe.com)
Wasserschaden durch Heizung – wer zahlt was? (© franconiaphoto / stock.adobe.com)

Wie kommt es zum Wasserschaden durch eine defekte Heizung?

Die Heizung eines Gebäudes besteht aus mehreren Komponenten. Es gibt Heizkörper in den einzelnen Räumen. Die Wasserversorgung erfolgt über Leitungen, deren Netz sich durch das gesamte Gebäude erstreckt. Je nach Standort des Hauses verfügt dieses über eine eigene Heizungsanlage oder ist an das kommunale Fernwärmesystem angeschlossen.

Wenn die Heizung Wasserschäden verursacht, hat dies häufig mit Materialmängeln zu tun. Heizungsleitungen werden durch ein Hartlot verbunden. Durch eine fehlerhafte Legierung oder Fehler bei der Löttemperatur kann das Hartlot reißen. Kalkhaltiges Wasser führt in Heizkörpern und Leitungen zu Lochfraß, wenn die Legierung des Metalls unsauber ist. Bei flexiblen Leitungen, wie z. B. der Fußbodenheizung ist Bruch durch Materialermüdung keine Seltenheit.

Oft führt mangelnde Wartung der Heizung zu einem Wasserschaden. Wird die Anlage nicht entlüftet, begünstigt dies die Korrosion im Inneren des Heizkörpers. Das Dichtmaterial an Blindstopfen kann porös werden und durch den Druck, der im Heizkörper herrscht, Wasser entweichen lassen. Eine übermäßige Belastung von Thermostaten, z. B. durch das Anhängen von Gegenständen an den Regler kann deren Dichtigkeit beeinträchtigen. Leitungsrohre der Heizung sind nicht für mechanische Belastungen wie das Anschlagen einer Tür ausgelegt.

Frost spielt immer eine große Rolle bei Wasserschäden durch Rohrbruch. Bei zeitweise bewohnten Gebäuden wie Sommerhäusern oder Gartenbungalows kann es schnell zu Frostschäden an der Heizung kommen. Ist die Heizung eingefroren besteht die Gefahr, dass beim Wiederaufwärmen Lötstellen an der Leitung reißen. Kunststoffteile in der Heizungsanlage sind ebenfalls sehr frostanfällig.

Dass es zu einem Wasserschaden durch eine defekte Heizung kommt, ist nicht unwahrscheinlich. Wie sehen diese Schäden aus?

Welche Schäden können hierbei entstehen?

Wenn ein Heizungsrohr undicht ist, tritt oft nur wenig Wasser aus. Da sich der Schaden nicht sofort zeigt, dauert es länger, bis der Defekt gefunden wird. In modernen Häusern werden Leitungen unsichtbar verbaut oder verkleidet. So wird mancher Hausbesitzer erst auf den Wasserschaden aufmerksam, wenn ein dunkler Fleck eine nasse Wand anzeigt. Wie viel Wasser die Hauswand aufgenommen hat, zeigt die Feuchtemessung.

Ein besonderer Fall ist die Fußbodenheizung. Hat sie einen Defekt, dauert es lange, bis der Schaden sichtbar wird. Der Estrich, in den die Leitung eingelegt wurde, ist sehr aufnahmefähig. Oberhalb der Leitungen zeigen Fliesenfugen erst nach langer Zeit die Anwesenheit von Leitungswasser an. Die Sanierung eines Wasserschadens, der durch eine undichte Fußbodenheizung verursacht wurde, erfordert oft einen großflächigen Rückbau des Fußbodens.

Bei einem durchgerosteten Heizkörper ist die Chance größer, den Schaden schnell zu entdecken. Ist niemand im Haus anwesend, hat das Wasser genügend Zeit, sich zu einer Überschwemmung zu entwickeln. Im Heizungssystem kann der Wasserdruck auch dazu führen, dass Leitungswasser sehr schnell in großen Mengen ausströmt. Besonders Materialschäden durch Frost begünstigen den spontanen Rohrbruch.

Wegen der Einwirkzeit des Wassers in den Baukörper kann eine langwierige Trocknung nötig sein. Folgen der Durchfeuchtung wie Schimmel oder Risse im Baukörper machen Rückbau und Rekonstruktion notwendig. Um einen lange unentdeckten Wasserschaden beseitigen zu können, bedarf es großer Erfahrung. Bei der Verdunstung des Leitungswassers in der Wand können Salze und Kalkablagerungen entstehen, die zu Folgeschäden werden.

Es entstehen hohe Kosten, die kein Geschädigter allein tragen möchte. Doch zahlt die Versicherung bei Schäden durch eine defekte Heizung?

Wasserschaden durch defekte Heizung: Wer zahlt? Welche Versicherung kann ich in Anspruch nehmen? (© Animaflora PicsStock / stock.adobe.com)
Wasserschaden durch defekte Heizung: Wer zahlt? Welche Versicherung kann ich in Anspruch nehmen? (© Animaflora PicsStock / stock.adobe.com)

Wasserschäden durch eine defekte Heizung: Welche Versicherung zahlt?

Die Wohngebäudeversicherung und die Hausratversicherung zahlen für die Folgen von Leitungswasserschäden in der Wohnung. Wenn aus der Heizung Wasser ausläuft, handelt es sich meist um einen Rohrbruch im Sinne der Versicherungsbedingungen. Hierbei wird vorausgesetzt, dass Leitungswasser aus einem Versorgungssystem bestimmungswidrig austritt. Dennoch wird die Versicherung bei einem solchen Schaden genauer hinschauen. Ist das Gebäude älter, wird sich der Versicherer dafür interessieren, ob behördliche Bestimmungen und Wartungsintervalle eingehalten wurden. Bei einem Neubau könnte ein Mangel in der Heizungsanlage auf Baupfusch hindeuten. Dann wäre die Installationsfirma oder deren Haftpflichtversicherung zuständig.

Von vereinzelten Reparaturen an der Bausubstanz bis zur aufwendigen Kellersanierung reicht je nach Bauart und Alter des Hauses die Bandbreite der Arbeiten. Hat das Wasser sehr lange eingewirkt, muss man ganze Mauern trockenlegen. Das kann nur ein professioneller Trocknungsservice.

Erkennt die Wohngebäudeversicherung den Schaden als Leitungswasserschaden an, wird sie für die erforderlichen Kosten bei der Schadensanierung aufkommen.

Bei Bewohnern einer Mietwohnung zahlt die Hausratversicherung für Schäden durch Leitungswasser. Schadenkosten am Gebäude wie die Trocknung der Wände reguliert der Eigentümer mit seiner Gebäudeversicherung. Hat eine defekte Heizung des Nachbarn zur Überschwemmung in der eigenen Wohnung geführt, leistet die eigene Hausratversicherung. Diese kann sich einen Teil der Kosten von der Privathaftpflichtversicherung des Nachbarn zurückholen.

Die Sanierung von Leitungswasserschäden ist für Mieter mit Belastungen verbunden. Lärm bei der Trocknung und den Bauarbeiten und die hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung können einen Anspruch auf Mietminderung begründen (siehe: Mietminderung bei Wasserschäden). Der Vermieter kann den Mietausfall bei seiner Gebäudeversicherung regulieren.

Wasserschaden, Heizung (© Elsa / stock.adobe.com)
Wasserschaden, Heizung (© Elsa / stock.adobe.com)

Wo man bei Schäden durch defekte Heizungen Hilfe bekommt.

Die Wohngebäudeversicherungen wissen, womit bei einem Schaden durch eine defekte Heizung zu rechnen ist. Stetig in den Baukörper sickerndes Wasser kann das Haus ruinieren. Die Versicherer sichern sich mit Pflichten für den Versicherungsnehmer ab. Die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage und Vorsorgemaßnahmen bei Frostgefahr gehören dazu. Kommt es trotzdem zum Wasserschaden, leistet die Gebäudeversicherung. Die Rohrbruchtrocknung nimmt hierbei eine besondere Stellung ein. Eine erfolgreiche Trocknung gewährleistet eine nachhaltige Sanierung.

Wir vermitteln Fachbetriebe, die auf eine langjährige Erfahrung und viele erfolgreiche Sanierungen zurückblicken können.

Für Vermieter und deren Mieter entsteht bei einem Wasserschaden immer eine besondere Situation. Der Bewohner muss gravierende Einbußen seiner Wohnqualität hinnehmen. Der Eigentümer hat ein Interesse an der fachgerechten Wiederherstellung seines Eigentums. Es kommt zu Missverständnissen.

Wir vermitteln hier auch Rechtsanwälte und Gutachter, die mit diesen Situationen vertraut sind. Ob Mieter oder Vermieter, niemand soll auf sein Recht verzichten.

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Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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