Rohrschaden in der Wand: Wer zahlt welche Kosten? Übernimmt die Versicherung?

Wenn es zu einem Rohrschaden in der Wand kommt, fragen sich nicht wenige Menschen, wer dafür die Kosten übernimmt – denn häufig kommen dabei nicht nur die Gebäudesubstanz und das Mauerwerk, sondern auch Einrichtungsgegenstände zu Schaden. Wir stellen vor, worauf es zu achten gilt.

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Rohrschaden in der Wand – so geht man am besten vor

Ein Rohrschaden in der Wand hängt immer mit einem Leck zusammen, durch das Wasser fließt. Deshalb ist es das Wichtigste, die Wasserzufuhr umgehend abzustellen, soweit es einem selbst möglich ist. Das bedeutet unter Umständen auch, den Haupthahn abzudrehen. Sofern es sich um eine Mietwohnung handelt, sollte darüber hinaus außerdem die Hausverwaltung in Kenntnis gesetzt werden.

Bereits ausgetretenes Wasser lässt sich oft gut mit Handtüchern in den Griff bekommen, die das Wasser auf dem Boden aufsaugen. Möbel, die Schäden von der Feuchtigkeit nehmen können, sollten zudem am besten komplett aus dem feuchten Bereich entfernt werden, zudem müssen alle elektronischen Geräte vom Stromnetz getrennt oder es können auch die Sicherungen herausgedreht werden. Damit sich der Wasserschaden nicht noch weiter ausbreiten kann, dürfen Versicherte auch ohne Absprache mit der zuständen Versicherung die Feuerwehr rufen, damit diese austretendes Wasser stoppt und das Gröbste beseitigt.

Der nächste Schritt ist, den Schaden detailliert zu dokumentieren und ihn so schnell wie möglich an die zuständige Versicherung zu melden (vgl. Versicherung Schaden melden). Hierfür werden am besten Fotos oder auch Videos vom Schadensort angefertigt, die mit der Schadensmeldung an die Versicherungsgesellschaft übermittelt werden. In keinem Fall sollten beschädigte Objekte in der Wohnung entfernt oder entsorgt werden, da diese einen wichtigen Nachweis darstellen können.

Rohrschaden in der Wand (© Dan Race / stock.adobe.com)
Rohrschaden in der Wand (© Dan Race / stock.adobe.com)

Leckortung und Reparatur: Die Ursachen für undichte Leitungen ausfindig machen

Oft ist es nicht so einfach, herauszufinden, wo genau sich ein Leck in einer Leitung befindet (vgl.: Rohrbruch finden). Denn abhängig von der Ursache des Rohrbruchs kann es sein, dass sich das Leck gar nicht dort befindet, wo man es vermutet, weil an einer bestimmten Stelle Wasser ausgetreten ist. Wasser bahnt sich bekanntlich seinen Weg, und so kann es sein, dass die Wasseraustrittstelle nicht die eigentliche Leckstelle ist.

Um zu vermeiden, dass ganze Wände oder Böden aufgebrochen werden müssen, arbeiten Experten mit speziellen Systemen zur Leckageortung, die dafür sorgen, ein Leck sicher und schnell aufspüren zu können – oft sogar zerstörungsfrei (siehe auch: Leck in Wasserleitung finden, Heizungsleck finden, Druckprüfung Rohrleitungen, Wasserleitung undicht: Ortungsgerät).

Für eine Rohrbruchortung bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten an, die je nach den Gegebenheiten vor Ort eingesetzt werden. Die akustische Leckortung wird zum Beispiel mit Hilfe eines Bodenmikrofons, das Schallwellen aufzeichnet, durchgeführt. Auch eine Leckageortung mit der Zuhilfenahme von Gas, das in die Rohre eingeführt wird, zählt zu den gängigen Verfahren. Die dritte Variante ist die Thermografie, bei der Temperaturunterschiede in der Wand aufgezeichnet werden.

Wasserleitung angebohrt – wie handelt man richtig?

Es kann durchaus vorkommen, dass man nur ein Regal an die Wand hängen wollte, dafür ein Loch bohrt – und aus Versehen eine Wasserleitung getroffen hat (siehe Wasserleitung angebohrt). Dann ist es wichtig, so schnell wie möglich zu handeln und umgehend die Wasserzufuhr zu unterbrechen. Als nächstes wird das Leck in der Leitung notdürftig abgedichtet, ehe der Vermieter informiert sowie ein Sanitärdienst herbeigerufen wird. Dieser kümmert sich um alles Weitere und hilft dabei, die Leitung schnellstens wieder abzudichten (siehe: Wasserleitung reparieren).

Im Anschluss beginnt dann eine umfassende Trocknung, die je nach Aufwand und Schaden mehrere Tage oder sogar einige Wochen in Anspruch nehmen kann. Zum Einsatz kommen hierfür in der Regel Kondensations- oder Adsorptionstrockner (vgl. Wasserschaden Trocknungstechnik, Bautrockner Verleih), welche die Feuchtigkeit zuverlässig aus den Räumen befördern und das Mauerwerk nach und nach wieder trocken legen (vgl. Mauertrockenlegung).

Oft sind Wohnung währenddessen nicht bewohnbar – in dieser Zeit wird der Mieter dann nicht selten in einem Hotel untergebracht. Die Kosten dafür trägt dann ebenfalls die Versicherung, welche den Schaden übernimmt.

Wasserleitung angebohrt - Rohrschaden | Wer zahlt, bzw. zahlt eine Versicherung? (© Schepers_Photography / stock.adobe.com)
Wasserleitung angebohrt – Rohrschaden | Wer zahlt, bzw. zahlt eine Versicherung? (© Schepers_Photography / stock.adobe.com)

Welche Versicherung übernimmt die Kosten bei einem Rohrbruch?

Nicht nur Eigentümer, sondern auch Mieter sollten sich in jedem Fall vor den möglichen Konsequenzen eines Rohrbruchs absichern. Welche Versicherung die Kosten für einen Schaden übernimmt, hängt allerdings davon ab, welche Objekte beschädigt worden sind und ob man Eigentümer oder auch Mieter ist.

Die Gebäudeversicherung ist grundsätzlich für Schäden zuständig, die direkt am Gebäude entstehen, wie zum Beispiel für durchfeuchtetes Mauerwerk, für die Entfernung von Schimmel, der durch Leitungswasserschäden entsteht oder auch für andere Schäden, welche die Gebäudesubstanz betreffen. Siehe auch: Gebäudeversicherung Leistungsumfang.

Die Hausratversicherung deckt dagegen sämtliche Schäden ab, die ein undichtes Rohr am Inventar verursacht, wie am Mobiliar, am Hausrat oder auch an Wertgegenständen. Siehe auch: Hausratversicherung: Was ist versichert, Hausratversicherung als Mieter.

Eine Haftpflichtversicherung kann allerdings als dritte Versicherung ebenfalls zum Tragen kommen – wie beispielsweise dann, wenn andere Menschen oder ihre Einrichtung durch einen Leitungswasserschaden zu Schaden kommen. Siehe auch: Hausrat UND Haftpflichtversicherung.

Wer zahlt? – Es kann oft nicht so einfach pauschal ermittelt werden, wer zahlt bzw. wer zahlen muss. Deshalb ist es wichtig, sich möglichst schnell an eine Versicherung zu wenden, sobald der Schaden bekannt ist, und die Details dann ggf. gemeinsam zu klären. – Bei Ärger und Problemen mit der Schadensregulierung vermitteln wir Ihnen auch gern einen erfahrenen Fachanwalt für Versicherungsrecht.

Rohrschaden in der Wand: Warum eine Wohngebäudeversicherung so wichtig ist

Besitzt man eine Immobilie, so sollte der Eigentümer sich in jedem Fall um den Abschluss einer Gebäudeversicherung kümmern. Sollte nämlich dann ein Rohrschaden in der Wand entstehen, ist dafür der Eigentümer zuständig – und dieser kann seine Versicherung in die Pflicht nehmen, welche die Kosten übernimmt. Werden Leitungswasserschäden durch einen Rohrschaden in der Wand von der Versicherung abgedeckt, dann springt die Versicherung für die Folgen eines solchen Rohrbruchs ein. Austretendes Leitungswasser ist für gewöhnlich über die Gebäudeversicherung abgedeckt. Siehe Leitungswasserversicherung in der Hausrat- und Gebäudeversicherung.

Wenn Rohre / Leitungen in der Wand lecken, muss erst einmal die genaue Leckstelle gefunden werden, denn das Wasser sucht sich seinen Weg und tritt oft an ganz anderer Stelle zutage, als wo sich das eigentliche Leck befindet. (© Heiko Barth / stock.adobe.com)
Wenn Rohre / Leitungen in der Wand lecken, muss erst einmal die genaue Leckstelle gefunden werden, denn das Wasser sucht sich seinen Weg und tritt oft an ganz anderer Stelle zutage, als wo sich das eigentliche Leck befindet. (© Heiko Barth / stock.adobe.com)

Abwasserrohre und Regenabflussrohre – was Versicherte wissen müssen

Wichtig zu wissen ist, dass Rohre, welche sich außerhalb des Gebäudes befinden, nicht immer über eine Gebäudeversicherung abgedeckt sind. Insbesondere dann, wenn ein Abwasserrohr verstopft oder auch ein Regenabflussrohr verstopft ist, kann es sein, dass die Versicherung nicht leistet. Deshalb sollten die Versicherungsbedingungen sehr genau geprüft werden, da sich die einzelnen Policen teilweise stark voneinander unterscheiden können. Siehe auch: Wasserohrbruch außerhalb vom Haus – wer zahlt.

Der Grund dafür ist, dass Abwasser / Abwasserrohre nicht selten extra abgesichert werden muss. Dem geht wiederum eine professionelle Prüfung der Rohrdichtigkeit voraus – hier haben die Versicherungsgesellschaften oft sehr strikte Vorgaben, die sich an DIN-Normen orientieren.

Grundsätzlich leistet die Gebäudeversicherung bei Schäden, die durch die Leckage an Mauerwerk und Wandverkleidungen, an Estrich und Bodenbelägen sowie auch an Heiz- und Sanitäranlagen entstehen. Auch Nebengebäude werden in der Regel über die Versicherung geschützt.

Wann zahlt die Hausratversicherung bei einem Rohrschaden in der Wand?

Wenn bewegliche Objekte im Haus – wie Möbelstücke oder auch Wertgegenstände – durch einen Rohrschaden in der Wand beschädigt werden, greift die Hausratversicherung. Die Reparatur für das Rohr selbst muss dagegen aus eigener Tasche bezahlt werden, wenn keine Gebäudeversicherung leistet.

Weiterhin übernimmt die Hausratversicherung auch die Kosten durch undichte Geschirrspül- oder Waschmaschinen, durch beschädigte Wasserbetten oder auch durch undichte Heizungsanlagen.

Ob auch ein Schaden durch Frost abgesichert ist und welche Rohre geschützt sind, hängt von den individuellen Versicherungsbedingungen ab, die in jedem Fall sehr genau gelesen werden sollten. Weiterhin kann die Versicherung untersuchen, ob die Leitungen gesperrt oder leer waren oder ob die Räume beheizt wurden. Wenn dies nicht der Fall war, kann es sein, dass keine Leistungen ausbezahlt werden (vgl. Wohngebäudeversicherung zahlt nicht).

Wichtig zu beachten ist, dass die Leistungen einer Hausratversicherung auch ausschließlich den Hausrat des Versicherten abdecken, nicht aber weitere Schäden, die direkt an der Wohnung entstehen. Das bedeutet, dass für Schäden an Decken, Böden und Wänden die Gebäudeversicherung zuständig ist – und diese muss nicht vom Mieter, sondern immer vom Eigentümer eines Gebäudes abgeschlossen werden. Somit ist man als Mieter in so einem Fall auch nicht in der Pflicht, einen Rohrschaden in der Wand selbst zu bezahlen.

Wichtig: Wasserschäden, die durch Starkregen (siehe Schäden durch Starkregen) oder Hochwasser (vgl. Hochwasserschaden – wer zahlt) entstehen, werden normalerweise nur von der Elementarschadenversicherung übernommen (siehe Elementarschadenversicherung – sinnvoll und notwendig?). Hierbei handelt es sich nicht um eine eigene Versicherung, sondern um eine Police, die zusätzlich zur Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden kann.

Gerade Naturgewalten, die für einen Wasserschaden verantwortlich sind, müssen für gewöhnlich über eine Elementarschadenversicherung abgedeckt werden (vgl. auch: Naturkatastrophen Versicherung). Lohnenswert sind diese aber oft nur dann, wenn man selbst in einer Region lebt, die öfter von Hochwasser oder starken Regenfällen bedroht wird.

Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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