Brandsachverständige liefern Zweitmeinung nach Brandschäden

Nach einem größeren Brandschaden schicken Versicherungen in der Regel einen eigenen Gutachter, der das Schadensausmaß und die Schadensursache analysieren soll. Wenn es Streit über die Regulierung eines Brandschadens gibt, kann es aber auch sinnvoll sein, einen eigenen Brandsachverständigen zu beauftragen. Und solche Streitigkeiten zwischen Geschädigten und Versicherungen gibt leider zuhauf – davon können wir bei der Deutschen Schadenshilfe ein Lied singen.

Nutzen Sie als Geschädigter im Bedarfsfall unser Experten-Netzwerk aus Sachverständigen (Gutachtern), Sanierungsprofis und Fachanwälten für Versicherungsrecht. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Ihr Schaden bestmöglich beseitigt und finanziell reguliert wird.

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Fachexperte Jens Hoffmann |
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Inhaltsverzeichnis

Ein Brand in einem Haus kann viele Ursachen haben: Unachtsamkeit, defekte Elektrogeräte, ein Blitzeinschlag oder auch ein Kurzschluss können dazu führen, dass ein Feuer ausbricht. Jeden Tag kommt es in deutschen Haushalten zu einem Brand – und leider werden viele der Gefahren noch immer viel zu sehr unterschätzt. Das Wichtigste ist dabei natürlich immer, sich selbst sowie alle anderen Mitglieder des Haushalts in Sicherheit zu bringen. Ist das Feuer dann erst einmal gelöscht, stellt sich als Nächstes die Frage, wie es weitergeht. In der Regel heißt es nun, die zuständige(n) Versicherung(en) zu kontaktieren. Häufig wird dann auch ein Gutachter (Brandsachverständiger) der Versicherung zum Einsatz kommen, der sich den Brandschaden vor Ort ansieht. Oftmals kommen Brandsachverständige aber auch zum Einsatz, wenn eine Zweitmeinung zu einem Brandfall gefragt ist, wo sich Geschädigte und Versicherungen streiten.

Wie kann es zu einem Brand in der Wohnung kommen?

In einem Haushalt lauern viele potenzielle Brandquellen, die leider allzu oft nicht richtig eingeschätzt oder nicht gedämmt werden (vgl. häufigste Brandursachen). Statistiken zeigen, dass rund ein Drittel aller Wohnungsbrände in Deutschland durch eine elektrische Fehlfunktion entstehen. Küchengeräte, die in Brand geraten oder auch defekte Kabel sowie überhitzte Geräte sind nur einige Beispiele dafür (s.a. Brand durch Elektrogeräte). Natürlich können auch umgekippte Kerzen, brennende Zigarettenstummel und andere Ursachen ein Auslöser für ein Feuer sein. In allen diesen Fällen kann es zu enormen Schäden am Inventar und natürlich auch am Gebäude selbst kommen, die schnellstens reguliert werden sollten, damit das Haus wieder bewohnbar ist. Oft kommt jedoch zunächst ein Experte für Brandgutachten (Brandgutachter) ins Spiel.

Brandsachverständige arbeiten im Spannungsfeld von Polizei, Feuerwehr, Versicherungen und Betroffenen eines Brandfalls / Brandschadens (© Rainer / stock.adobe.com)
Brandsachverständige arbeiten im Spannungsfeld von Polizei, Feuerwehr, Versicherungen und Betroffenen eines Brandfalls / Brandschadens (© Rainer / stock.adobe.com)

Was macht ein Brandsachverständiger?

Wenn es in Folge eines Feuers zu einem Brand und somit auch zu Schäden in und am Haus gekommen ist, dann sollte ein Experte sich den Schaden vor Ort genauer ansehen. Das kann zum Beispiel ein Gutachter sein, der unabhängig arbeitet, oder auch ein Angestellter eines Sanierungsunternehmens für Wasser- und Brandschäden sein (vgl. Brandschadensanierung Firmen). Durch einen Brand entstehen allerdings auch Giftstoffe, die riskant für uns Menschen sein können: Geraten schädliche Stoffe wie Chemikalien oder PVC in Brand, werden dadurch wiederum Schadstoffe freigesetzt, die unsere Atemwege schädigen können. Aus diesem Grund sollte ein Gebäude nach einem so verheerenden Brand erst einmal nicht betreten werden, bis der Gutachter oder die Feuerwehr dieses wieder für die Bewohner freigeben (siehe auch Schadstoffmessung nach Brand). In keinem Fall sollten die Schäden sofort auf eigene Faust beseitigt werden. Genau deshalb ist ein Brandsachverständiger auch so wichtig, denn er kann sowohl alle Anschlüsse, wie für Wasser und Gas, auf ihre Funktionalität hin überprüfen als auch die Elektrik testen und feststellen, ob und inwieweit ggf. eine Elektrosanierung nötig ist.

Nachdem der Gutachter die wichtigsten Sofortmaßnahmen ergriffen hat, können die Schritte der eigentlichen Brandsanierung / Brandschadenbeseitigung geplant und angegangen werden. In vielen Fällen ist es dafür erforderlich, Ruß zu beseitigen, welcher sich auf zahlreichen Möbelstücken, aber auch an Wänden und auf Böden niederlassen kann. In Ruß sind äußerst gesundheitsschädliche und sogar krebserregende Stoffe enthalten. Die Entfernung der feinen Partikel erfolgt im Rahmen einer professionellen Brandschadensanierung – am besten so schnell wie möglich, damit sich die Rußpartikel nicht erst in der Luft verteilen können (siehe Rußschäden, Ruß entfernen nach Bränden). Zudem hat Ruß eine stark korrosive Wirkung auf Metall und kann entsprechende Oberflächen mit der Zeit zersetzen.

Ein Brandursachenermittler muss ggf. herausfinden, wie es überhaupt zu dem Brand gekommen ist und wo die Ursache liegt. Handelt es sich beispielsweise um ein defektes Elektrogerät oder um poröse Kabel, die durchgeschmort sind (Kabel Brand)? Diese Gefahrenquellen müssen gefunden und natürlich schnellstens aus der Wohnung entfernt werden, damit sie keine weiteren Schäden anrichten können.

Nachdem der Brandursachenermittler bzw. Brandsachverständige dann mit seiner Schadensanalyse fertig ist, kann er das Gebäude in Absprache mit der Feuerwehr oder Polizei wieder freigeben, sobald es ohne Gefahr betreten werden kann. Im Anschluss erteilt er im Rahmen eines Brandgutachtens Empfehlungen zu geeigneten Maßnahmen für die Brandschadenreinigung und Sanierung / Renovierung.

Obwohl es für eine professionelle und gründliche Brandschadensanierung zahlreiche Möglichkeiten gibt, kann nicht jedes Material und jede Oberfläche nach einem Brand saniert werden. Ohne Schwierigkeiten sanieren lassen sich unter anderem Flächen, welche verputzt und nicht porös sind. Ein gutes Beispiel ist Beton, der sich problemlos absaugen und so von groben Verschmutzungen befreien und im Anschluss mit einem Hochdruckreiniger bearbeiten lässt. Danach erfolgt eine gründliche manuelle Säuberung. Der Experte arbeitet hierbei natürlich stets mit Atemmaske, Schutzanzug und Handschuhen, um sich nicht selbst den schädlichen Rußpartikeln und anderen Schadstoffen auszusetzen.

Ist es aufgrund der starken Hitzeeinwirkung auf die Bausubstanz zu Rissen in den Wänden oder Böden gekommen (vgl. Beton Risse abdichten), dann ist es mitunter nötig, dass ein Statiker einen Blick auf den Schadensort wirft. Er kann prüfen, ob die Stabilität des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen worden ist und entsprechende Maßnahmen einleiten. Erst dann, wenn der Experte grünes Licht erteilt, dürfen die jeweiligen Bereiche mit Hilfe eines Sandstrahlers gesäubert und mit Mörtel wieder verschlossen werden. Keramik oder Naturstein können zum Beispiel sehr gut durch eine leicht feuchte Reinigung bearbeitet und von Verschmutzungen befreit werden. Marmor ist jedoch im Vergleich dazu nicht so einfach zu bearbeiten, denn dieser Naturstoff ist eisenhaltig und muss zunächst künstlich ausgetrocknet werden, um nicht weiter durch die Folgen des Brandes zerstört zu werden (siehe auch Löschwasserschäden).

Wurde beim Brand auch Holz beschädigt, so sollte dies angefeuchtet oder auch trocken vorgereinigt und im Anschluss noch einmal besonders sorgfältig gesäubert, abgeschliffen sowie auch versiegelt werden. Die Preise und Kosten für entsprechende Fachfirmen, welche sich dieser Arbeit annehmen, können stark voneinander abweichen, u.a. auch in den Regionen; vgl. Brandschadenbeseitigung Berlin und Brandsanierung München.

Ob eine Sanierung von Türen und Fenstern möglich ist oder lieber durch neue Modelle ersetzt werden sollen, hängt stets von den Gegebenheiten vor Ort ab (siehe auch: Fensterrahmen Reparatur). Hohe Temperaturen können dazu führen, dass sich Ruß in die Oberflächen aus Kunststoff einbrennt. Dann ist das Austauschen der Fenster oder Türen natürlich unbedingt erforderlich.

Wie Brandsachverständige Schritt für Schritt vorgehen

Nach einem Brand sollten so schnell wie möglich von einem Experten die richtigen Sofortmaßnahmen eingeleitet werden: Jene Bereiche, die vom Feuer betroffen waren, müssen sehr sorgfältig untersucht und abgesperrt werden, bis der Brandursachenermittler seine Arbeit abgeschlossen hat oder die Feuerwehr die Räumlichkeiten wieder freigibt. Im Anschluss folgt dann für gewöhnlich eine umfassende Reinigung durch Sanierungsfirmen, die unter anderem mit Hilfe von Luftreinigern erfolgt. Manche Firmen übernehmen darüber hinaus auch das Abpumpen des Löschwassers, das ebenfalls Schäden – und sogar Schimmel im Haus – verursachen kann. Alle durch das Wasser gefährdeten Möbelstücke sollten aus dem Bereich transportiert und an einem sicheren Ort zwischengelagert werden.

Hat der Experte die erste Sichtung vor Ort vorgenommen und die wichtigsten Sofortmaßnahmen zur Schadenseindämmung durchgeführt, folgt eine umfassende Schadstoffanalyse. Asbest, PAK oder auch Ruß sind nur einige der vielen schädlichen Stoffe, die für uns Menschen giftig sind und durch einen Brand freigesetzt werden können (vgl. Gesundheitsgefährdung nach Brand).

Bei einer professionellen Brandsanierung werden dann von einem Fachbetrieb auch weitere Arbeiten ausgeführt: Sie stellen beispielsweise Container für die Entsorgung unbrauchbarer oder verbrannter Gegenstände bereit, sorgen für eine Durchlüftung der Räume oder trocknen das Mauerwerk (vgl. Mauertrocknung) nach dem Einsatz von Löschwasser.

Zu einem der wichtigsten Schritte für die Sanierung gehört die Erstellung eines fundierten Konzepts. Hierbei wird insbesondere darauf geachtet, dass das Sanierungskonzepts so erstellt wird, dass die Versicherung die Kosten übernehmen kann. Zuständig sind je nach Art des Schadens entweder die Hausrat- oder die Gebäudeversicherung. Grundsätzlich gilt dabei, dass die Gebäudeversicherung für sämtliche Schäden am Haus selbst sowie an damit untrennbar verbundenen Objekten aufkommt, während die Hausratversicherung alle beweglichen Objekte absichert – dazu zählen beispielsweise Möbel, Textilien oder Elektrogeräte. Bei einem größeren Schaden kommt es öfter vor, dass die Versicherung einen unabhängigen Gutachter einschaltet, der den Schaden vor Ort genau unter die Lupe nimmt und ausschließt, dass es sich um Brandstiftung handelt. Er kann auch die Ursache des Schadens ermitteln und der Versicherung mitteilen. Für die Regulierung und die Auszahlung der Versicherungsleistung ist dies von enormer Bedeutung.

Der letzte Schritt ist die Luftreinigung in den beschädigten Bereichen des Hauses: Der Brandgeruch ist beißend und oft noch mehrere Wochen nach einem Brand wahrnehmbar (siehe Brandgeruch entfernen, Geruchsneutralisierung / Geruchsbekämpfung nach Brand). Auch der eigenen Gesundheit zuliebe ist es wichtig, dass die Luft neutralisiert wird. Hier führen Sanierungsfirmen eine spezielle Luftreinigung durch, mit der sich auch die allerletzten Spuren des Feuers beseitigen lassen.

Brandsachverständiger (© Joaquin Corbalan / stock.adobe.com)
Brandsachverständiger, Schutz- und Arbeitskleidung (© Joaquin Corbalan / stock.adobe.com)

Fazit: Ein Brandsachverständiger leistet nach einem Hausbrand wichtige Dienste

Nach einem Feuer kann ein Brandsachverständiger vor Ort wichtige Dienste leisten. Insbesondere für Hausbesitzer, die Unterstützung von einem Experten benötigen, die sich den Schaden vor Ort ansehen, ist es wichtig, sich professionell beraten zu lassen. Doch auch für die nachfolgende Schadensregulierung durch die zuständige Versicherung spielt die Analyse von einem Experten oft eine wichtige Rolle (siehe Schadensregulierung nach Brand). Deshalb sollte nicht auf ein unabhängiges Gutachten verzichtet werden, wenn noch offene Fragen zu Brandhergang bestehen oder die Versicherung gar an der Unschuld des Hausbesitzers zweifelt – leider kommt dies gar nicht so selten vor.

Siehe auch: Brandsanierer, Brandschaden selbst sanieren.

Jens Hoffmann
Leiter Sachschaden

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Copyright Beitragsbild: Joaquin Corbalan / stock.adobe.com
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